Wie schon im 30jährigen Krieg, wurde Hessen auch im 7jährigen Krieg wieder hart getroffen. Es standen sich abermals hessische Soldaten im Kampf gegenüber, sodaß das Volk neben der physischen und materiellen auch erneut besonderen psychischen Belastungen ausgesetzt war.

Hessen-Kassel hatte sich durch den Subsidienvertrag vom 18. Juni 1755 England angeschlossen. Landgraf Wilhelm VIII. mußte infolgedessen dem französischen Druck standhalten sich gegen England und Preussen zu stellen. Trotz des gemeinsam unterhaltenen Heeres (die hessischen Kontingente unterstanden der englischen Führung auf dem Festland) gelang es nicht das Land vor dem Einfall der Franzosen zu bewahren. Nach der Niederlage des Duke of Cumberland bei Hastenbeck mußte die englische Heeresführung den größten Teil ihrer Truppen auflösen und Hannover und Kassel den Franzosen überlassen. In diesem Zusammenhang sollte das hessische Heer -entgegen der Abmachung- aufgelöst und entwaffnet werden. Dagegen stelle sich Landgraf Wilhelm, der beherzt eingriff und dies verhinderte. Die Folge davon waren allerdings schwere Repressalien gegen sein Land und die Bevölkerung. Im März 1758 mußte die Franzosen Kassel jedoch wieder verlassen. Sie besetzten die Stadt nach der Schlacht von Sandershausen (bei Kassel) am 23. Juli 1758 aber erneut. Als sich die Feinde im Winter wieder zurückzogen drängten sofort hessisch-hannoversche Truppen nach, wurden aber am 13. April 1759 bei Bergen geschlagen. Erst der Sieg bei Minden am 1. August 1759 veränderte wieder die Lage. In den kommenden Jahren wechselte das Kriegsglück aber weiterhin und fünf verschiedenen Herren kommandierten Kassel und Marburg.

Im Herbst 1758 standen sich alliierte und französische Truppen auch in unserer Gegend gegenüber. Am 25. September 1758 lag das Korps des alliierten Generals Oberg in Hofgeismar, am 26. bei Obervellmar. Danach folgte dann ein relativ ruhiges Jahr. Nach einem Mißerfolg bei Korbach am 10. Juli 1760 wandte sich Herzog Ferdinand von Braunschweig, um die hessische Hauptstadt zu decken, nach Wolfhagen, danach nach Hohenkirchen und schließlich nach Kassel selbst. Die Franzosen folgten langsam nach. So begann für die Diemel-Bevölkerung eine Zeit großer Not. Sie verlor durch die Heerlager beider Armeen in kurzer Zeit die ganze Ernte. Am 31. Juli 1760 erreichten die leichten französischen Truppen, Husaren und Freiwillige, Grebenstein und Hofgeismar und plünderten beiden Städte. Die Soldaten drangen in die Häuser ein und suchten nach Lebensmitteln. Schließlich eigneten sie sich alles an, was irgendwie brauchbar war. Dazu erpreßten sie noch große Summen Geld.

Am 22. August verlangte Oberst Broglio seine Soldaten in das Gebiet zwischen Mariendorf und Hohenkirchen. Von hier aus suchte er am 9. September 1760 dann auch Hofgeismar heim, um es zu verwüsten. Das die Franzosen vertreibende Heer der Verbündeten lagerte dann bei Udenhausen.

Auch das Jahr 1761 brachte Truppen in unsere Gegend. Hofgeismar wurde abermals überfallen, aber auch in Grebenstein richtete der französische General Stainville am 7. September große Flurschäden an.

Das Jahr 1762 brachte die Entscheidungsschlacht in dem 7jährigen Ringen um das Land zwischen Weser und Diemel. Im Mai zogen der Herzog von Braunschweig seine Truppen am linken Weserufer nördlich der Diemel zusammen. Es war etwa 57 Soldat, die aus Hessen, Hannoveranern, Engländern, Braunschweigern und Bückeburgern zusammengestellt waren. Die Franzosen sammelten sich unterdessen bei Kassel, um den möglichen Ansturm der Alliierten Truppen abfangen zu können. Unter französischem Befehl standen etwa 72000 Mann bestehend aus Franzosen, Nassauern, Pfälzern und Schweizern. Den Oberbefehl führte der Prince de Soubise und der Marschall d'Estrees. Den genauen Verlauf dieser Schlacht, die später als 'die Schlacht bei Wilhelmsthal' in die Geschichte eingegangen ist, zu beschreiben erübrigt sich. Es kam jedoch bei Wilhelmsthal zu einer grausamen Schlacht, wobei die Franzosen 1500 Mann durch Verwundung und Tod verloren. 2732 Soldaten gerieten in Gefangenschaft, darunter allein 170 Offiziere. Insgesamt hatte die französische Armee an diesem Tag etwa 6000 Mann, 3000 Gefangene und ebensoviel Tote, Verwundete und Versprengte zu beklagen. Die Alliierten meldeten dagegen 104 Tote, 273 Verwundete und 306 Vermißte.

Karte zum Aufmarsch der Truppen bei Wilhelmsthal am Morgen des 24. Juni 1762

Nachdem die Kämpfe vorüber waren wurden in Grebenstein Soldaten in Bürgerquartieren untergebracht und Grebenstein wurde somit auch Garnisonsstadt.