Bittgesuch des Bürgermeister und Rates der Stadt Grebenstein um Bewilligung zweier zusätzlicher Jahrmärkte, vom 25. April 1592

"Und wir nun unserem einfältigen Erachten nach, daß doch unser Suchen dafür angesehen und gehalten, daß es nicht allein dem gemeinen Nutzen und Wohlstande zu gutem, sondern auch dem Gewerbe- und Handelsmann zu sonderlichem frommen Gedeihen, auch an ihm selbst gemeiner Stadt eine sonderliche Zierde sein könnte. So haben wir ihnen [den Zünften und Gilden] aus bemeldeten Ursachen, solch ihr Suchen, auch unseren Amtspflichten nach, nicht abschlagen wollen, mit dero Vertröstung, daß E F G [Eure Fürstliche Gnaden] hierüber untertänigst ersucht werden sollte, ungezweifelt, dieselbe uns nicht wenig, als andere ihre getreuen Untertanen gnädiglich bedenken würde. Demnach ersuchen E F G wir hiermit in Untertänigkeit demütig und hochfleißig Bittende, dieselben wollen gnädiger Erwägung oberzählter Ursachen und daß wir sonsten auch E F G getreue, angeborene Untertanen sind und in gemeinen Landsbeschwerungen gleichmäßige Last und Bürden ertragen müssen, uns und gemeiner Stadt zu Gutem so gnädig erscheinen und die angedeuteten zwei Jahrmärkte, deren einer auf den Sonntag Trinitatis, anderer auf den Sonntag nach Nicolai, so doch auf gnädige Verwilligung E F G terminiert und von den Benachbarten eingewilligt worden, gnädiglich verstatten, zulassen und nachgeben, damit also gegen sonsten vorfallende unsere Beschwerungen wir desfalls wiederum geringschätzige Ergötzlichkeit empfinden und haben mögen".