Im Steuerkataster von 1776 ist auch eine Stadtbeschreibung enthalten, die über die Braurecht folgendes aussagt: 

"die Braugerechtigkeit hat die hiesige Stadt, und werden in den beiden Brauhäusern des Jahres plus minus 22 3/8 Gebräue getan. Das Bier aber wird vom Brauer und den beiden Stadtschenkpächtern ausgeschenkt; so müssen auch die beiden Dorfschaften Calden und Udenhausen ihr benötigtes Bier alles hier und sonst nirgends anders holen".

Diese Angaben gelten auch noch fast unverändert 1791 als Johann Christian Martin über die Stadt berichtet. Er erwähnt in seiner Schrift "Topografisch Statistische Nachrichten aus Niederhessen", daß es in Grebenstein zwei Stadt-Brauhäuser gibt. Grebenstein hat zu diesem Zeitpunkt 3 Wirte und 4 Branntweinbrenner. Er schreibt wie folgt:

"Noch ein Nahrungszweig ist die Brauerrei, welche in guter Verfassung ist. Ein jeder Bürger [hat] daran Antheil wenn er will; jedoch sind jetzt nur 15 Braulose verfertigt und theils in der Stadt theils in den nahe gelegenen Amtsdörfern Calden und Udenhausen, welche das Bier hier abnehmen müssen, verzapft. Das hiesige Bier ist sonst ein gesunder wohlschmeckender und nahrhafter Trank, wovon das Maaß 1 Albus kostet. Wenn dasselbe nicht seine gehörige Güte hat, so wird es nach Befinden von Policey wegen im Preise herabgesetzt. Zu einem Gebraue werden Sommerszeit 6 und im Winter 8 Viertel Gerste genommen, und aus einem Viertel 4 Zober gebraut, aber nur 3 Zober gut gethan, der 4te muß nach veracciset [=nachversteuert] werden".

Eine für die Stadt ansehnliche Einnahmequelle ist die Verpachtung des Stadtkellers (Oberster Krug) und des Nebenkruges (Unterer oder Neben-Krug). Die Stadt besitzt den Wein-, Bier- und Branntweinausschank ausschließlich, das heißt, sie allein kann das Recht vergeben wer als Wirt tätig werden darf. Die Pacht für beide Wirtschaften betrug

                        1780 bis 1783        300 Reichstaler

                        1784 bis 1785        523 Reichstaler

                        1786                        451 Reichstaler

Trotz dieser hohen Pacht machten die Wirte noch einen ansehnlichen Profit, der daraus resultiert, daß Grebenstein an einer vielbefahrenen Straße lag und hier am Ort auch oft Gerichtstage stattfanden, bei denen viel Alkohol verkonsumiert wurde. Ausgeschenkt wurden jährlich 17 Ohm (2.555 Liter) Wein und 70 (10.523 Liter) bis 80 Ohm (12.026 Liter) Branntwein.