Die Wasserversorgung der Stadt wurde schon seit ihrer Gründung größtenteils durch das Wasser des von Schachten kommendenlinks fließt die das Wasser in der Gosse die Marktstraße entlang (1925) Maibachs gedeckt. Der Maibach wurde in einem Graben (später in Röhren) durch die Feldmark bis zu den beiden Wippeteichen vor der Stadt geführt. Von dort aus wurde das Wasser zur Verteilung bis zu den beiden Teichen 'hinter' der Mauer am Obertor geführt, von wo aus es entgültig in Röhren zu den diversen Brunnen geleitet (deshalb auch Röhrenbrunnen genannt) und in der Gosse (=Rinnstein) an den Häusern vorbeigeführt wurde.

Ein geringer restlicher Teil der Wasserversorgung wurde durch Ziehbrunnen gewährleistet, die in der Stadt verteilt waren. Heute gibt es noch sechs sichtbare Brunnen.

Schon im Salbuch von 1554 wird die Wasserversorgung der Stadt mit Wasser aus der schachtener Feldmark erwähnt.

"Grebenstein hat recht und macht, in einem aufgeworfenen graben aus einem born vor Schachten das Wasser in die Stadt zu führen und zwar zur noth durch die veldtmark weiter zu graben ...".

Diese Beschreibung setzt sich dann auch in weiteren Aufzeichnungen mit leichten Abweichungen der Zahl der Brunnen fort. So heißt es in einer Stadtbeschreibung um das Jahr 1641:

"Der andere Brunnen [gemeint ist der Maibach] wird empfangen beim Dorf Schachten in einem ganz schönen, ausgehauenen, großen Brunnenstein,die "Druseln" ausgegraben beim Bau der Umgehungsstraße auch ganz schön und lieblich. Es wird dieser Brunnen durch die ganzen Felder vom Dorf Schachten in hierzu gemachten Graben bis vor die Stadt in zwo und aus diesen in die Stadt in ander zwo Teiche, daraus durch die ganze Stadt in Rohren und Druseln [=in Stein gehauene Rinnsteine, s. nebenstehendes Bild] das Wasser geleitet und geführet, also daß es einem jeglichen oben auf der Stadt vor seinem Hause hin und auch in verschiedene Brauhäuser fließen tut. [...] Sind sonsten über diese annoch 5 schöne Brunnen von Quellen in der Stadt".

Eine Verunreinigung der Gossen wurde mit Strafe geahndet. Es war die Pflicht der Bürger diese im Winter eisfrei zu halten. Die Leineweber haben zudem 3 Gulden zu zahlen, weil sie ihre Garne in der Wassergosse auswaschen.

Aus der Stadtbeschreibung des Steuerkatasters von 1776 erfahren wir über unsere Brunnen:

"Da nun über dieses noch 7 Zieh- und 11 Rorhbrunnen in der Stadt vorhanden, so ist an nötigem Wasser kein Gebrech [=herrscht kein Mangel].

Es gibt in der Stadt zwei Teiche, deren einer zu Unterhaltung der Wasserstränge, der andere, somal trocken ist, zur Pferdeschwemme, nicht aber zur Fischerei dienen.

Gleich über der Stadt vor dem Obertor noch 2 Stadtteiche, deren einer trocken und verwüstet, der andere aber zum Wassersammelteich, aber zu keinem Fischbehälter nutzt".

Der Pfarrer Johann Christian Martin aus Holzhausen schreibt in seinen "Topografisch statistischen Nachrichten" aus dem Jahr 1791 über die Wassergüte und -versorgung der Stadt:

"[...] An Wasser hat die Stadt keinen Mangel. Von Ostuffeln [=Buruguffeln] fliesset ein geringer Bach durch dieselbe hin, der so klein er gewöhnlich ist, dennoch bei anhaltenden oder sich mit einmahl ergiessenden Regengüssen dergestalt anschwillt, daß er die unteren Gegenden der Stadt zum theil unter Wasser setzt. Auf dergleichen Fälle sind zwei Wasserpforten angeleget, wodurch man denen häufig eindringenden Fluthen fortzuhelfen sucht. Das sonst nötige Wasser wird bei dem nahe gelegenen Dorf Schachten aufgenommen und durch Kanäle und Röhren in einen ausser dem Schächter Thor angelegten Wasserbehälter [dem Wippeteich] und daraus in einen anderen in dem innern der Stadt geleitet, und fliesset alsdenn in ziemlicher Fülle durch die Gassen der Altstadt dahin. So nothwendig und nützlich dieser Wasserduct den Einwohnern der obern Quartiere ist, so viel Unbequemlichkeiten haben dieselbe im Winter davon, wenn alles von anhaltender strengen Kälte gerinnet. Sowohl der Fußgänger als Reuter [=Reiter] muß of über Eisschichten von mehr als Fußhöhe unsicher gehen reiten oder fahren.

Wasservorrath wird noch durch 11 Röhr- und 7 ziehbrunnen unterhalten, von welchen die ersteren aus dem vorhin angeführten Wasserbehälter versorget werden. [...]".

Nicht vergessen werden darf und soll der Kressenbrunnen, der die Wasserversorgung der Stadt seit dem Bau des Hochbehälters auf dem Burgberg und der Pumpenanlage in der Burgmühle gewährleistete. Das Wasser des Kressenbrunnens dient seit 1898/99 zur Versorgung der Stadt mit Trinkwasser. Dazu wird es vom Quellteich durch Rohrleitungen bis zur Burgmühle am Fuße des Burgberges geleitet und von dort in den Hochbehälter bei der Burg gepumpt, damit das Wasser genügend Druck hat, um die Stadt zu versorgen. Die Anlage der Wasserleitung kostete damals 127.276,85 Goldmark und faßt 250 m3. In den 60er Jahren wurde die Menge des benötigten Wassers so groß, dass ein neuer Hochbehälter direkt nordwestlich unterhalb der Burgruine gebaut werden mußte. Der alte Hochbehälter hatte damit ausgedient, steht aber immer noch auf dem Burgberg. Mit zunehmendem Ausbau der Stadt seit den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts, wurde auch mehr Trinkwasser benötigt und so wurden an verschiedenen Stellen in der Gemarkung Brunnenbohrungen vorgenommen. Oberhalb des Kressenbrunnens, am Haidberg, wurde somit ein zweiter Brunnen erschlossen.

Die Brunnen früher und heute

Der Marktbrunnen

der Marktbrunnen vor 1900

Der Marktbrunnen mit seinem neugotischen Wasserspeier existiert heute nicht mehr. Er war achteckig und wurde an drei Seiten von Basaltsteinen vor der Zerstörung durch die Pferdefuhrwerke bewahrt. Bei Straßenbaumaßnahmen wurde er entfernt. Soweit mir bekannt, existiert der Brunnen an sich aber immernoch unter der Straße. Er soll nicht zugeschüttet worden sein. Der Brunnen war kein Zieh- sondern ein Röhrenbrunnen.

Der Fischbrunnen

Dieser Brunnen steht auch heute noch. Er enthält aber leider kein Wasser mehr. Zu meinen Jugendzeiten wurde er duch Leitungswasser (Trinkwasser) gespeist und wir erfrischten uns an heißen Sommertagen an seinem Wasserspeier. In ihm wurden damals auch Fische gehalten.

Der Brunnen vor dem Haus Reichmeyer (Hopitalsplatz)

Brunnen am Hospitäler Tor

Dieser Brunnen ist sechseckig und hatte genau wie der Brunnen am Marktplatz einen neugotischen Aufbau, der heute nicht mehr existiert. Auf einem Foto von 1884 ist dieser noch zu erkennen. Der Brunnen ist immernoch feucht, ungefähr 2,50 Meter tief und  mit einem Eisengitter abgedeckt.

Der Brunnen in der Unteren Hofstraße

Der Brunnen war früher quadratisch und hatte einen Aufbau. Er wurde nach Straßenbauarbeiten wiederentdeckt und in einer runden Form wieder aufgemauert.

Brunnen Untere Hofstraße

Auch dieser Brunnen ist noch feucht, etwa zwei Meter tief und heute zur Sicherheit mit einer Bretterabdeckung versehen.

Der Springbrunnen am Obertor

Der Brunnen am Obertor war lange Jahre trocken. Er ist sechseckig und nur etwa 1,20 m tief. Wir nannten ihm immer den Springbrunnen, da er als einziger mit einer Pumpe versehen ist, die einen kleinen Wasserstrahl produziert. Er ist der einzige funktionierende Brunnen, enthält jedoch kein Trinkwasser.

der Springbrunnen am Obertor

Der Brunnen vor dem Leck'schen Haus (Heimatmuseum)

Der Brunnen war ursprünglich rechteckig und hatte einen Pumpenaufbau, aus dem das Wasser herausgepumpt wurde. Dieser Aufbau wurde aber vor 1910 entfernt. Heute ist dieser Brunnen wieder neu errichtet wieder zu sehen. Das Foto unten ist aus dem Jahr 1887.     (wird noch ergänzt)

Brunnen vor dem Leck'schen Haus 1887

Der Brunnen am Burgtor

(wird noch ergänzt)

 

 

Der Brunnen am Haus Udenhäuser Straße Nr. 7

Dieser Brunnen war insoweit eine Besonderheit, dass er von einem Hausanbau überbaut wurde, jedoch weiterhin für die Bevölkerung nutzbar war. Man kann auf dem Foto genau erkennen, wie das Haus "über" den Brunnen hinausragt. Auf einem alten Stadtriß von 1758 ist der Anbau an das Haus noch nicht zu sehen, der Brunnen lag also frei neben dem Haus.  Er war quadratisch und höchstwahrscheinlich mit einer Handpumpe versehen. Der Brunnen ist heute nicht mehr zu sehen, der Hausanbau wurde bis auf das Brunnenniveau hinunter gezogen.

Brunnen am Haus Udenhäuser Straße 7

Der Brunnen am Gefangenenhaus

(wird noch ergänzt)