Graf Ludolph von Dassel hat 1266 oder kurz darauf zum Schutz seiner umliegenden Güter und Ländereien auf dem von der Esse halb umflossenen Basaltkegel, dem Burgberg, die Burg Grebenstein, den 'Grafenstein', erbauen lassen. Schon 1272 (original Urkunde und Abschrift) hat der hessische Landgraf hier sein Interesse bekundet und 1282 ist die Burg schon hessisch. Der Schwiegersohn von Graf Ludolph, Otto von Everstein, tritt 1293 als Burgmann in hessische Dienste. 1297 (original Urkunde) verkauft er dem Landgrafen die Burg und Stadt Grebenstein mit Gericht und allem Zubehör. Mit diesem Besitzwechsel dürfte nun der Ausbau der Stadt schnell vorangeschritten sein.

Die Burg, welche niemals große Verteidigungsanlagen besessen hat, bedurfte nun zu ihrer Verstärkung eine Verteidigungsanlage, zu welcher die eigentliche Stadt planmäßig ausgebaut worden ist. Es entsteht also planmäßig eine bürgerliche Großburg. Sie wird baulich und militärisch sorgfältig geplant, der Bau von Mauern, Türmen und Toren in einem Zeitraum von ein bis zwei Jahrzehnten durchgeführt.

Am 2. Juni 1322 siegeln der Bürgermeister Gerold und die Ratsmänner (consules) eine erhaltene [?] Urkunde, das älteste Zeugnis darüber, daß Grebenstein eine Stadtverfassung hat. Bedeutsamer ist aber eine Urkunde vom 24. März 1311, in der schon eine "novam municionem Grevensteyn" erwähnt wird. Daraus ist zu schließen, daß im Jahre 1311 der Ausbau der Stadt einen gewissen Umfang erreicht hat, zumindest was den Mauerring, die Türme und Tore der Oberstadt (Altstadt) betrifft. Eine Urkunde vom 20. September 1324 (die nur in einer Abschrift aus dem 18. Jahrhundert erhalten ist) wird den Bürgern von Landgraf Otto das Recht verliehen, in seinem Gerichtsbezirk nach Mergel zu suchen und zu ihrem Nutzen zu gebrauchen. Bis zur Jahrhundertmitte ist die Oberstadt anscheinend voll besiedelt.

Die ersten ratsfähigen Bürger der neuen Stadt entstammen fast ausnahmslos niederadligen Familien der Umgebung. Zu den Bürgern gehören zudem auch die dem Landgrafen verpflichteten Burgmannen mit ihrem Gefolge.

In den Jahren nach dem Bau der Stadtmauer siedelten sich unterhalb der Oberstadt, zwischen der südlichen Mauer und dem Burgberg Menschen an, um im Schutz der Burg und der Stadt leben zu können. Es wird sich hierbei wohl vorwiegend um Nachkommen der Bewohner von Ostuffeln (=Burguffeln) und Schachten (die später wüst waren) gehandelt haben, die ihre Ländereien als Feldgenossen bestellten. Die Zahl der Zuziehenden muß aber so schnell angestiegen sein, daß der Landesherr sich dafür entschied eine neue Stadt (die Unterstadt oder auch Freiheit genannt) zu gründen. Diese Privilegierung erfolgte 1356 (lateinisches Original) durch Landgraf Heinrich II., seinen Sohn Otto (den Schütz) und den Junker Hermann d.Ä. von Grebenstein.

Dieses Privileg besagte: die Bürger der Neustadt sind für 12 Jahre abgabefrei, damit sie Ringmauern, Tore und Türme bauen können. Nach Ablauf von 12 Jahren haben sie für je eine Hufe Landes vor Grebenstein 1/2 Malter Hafer und 1/2 Malter Roggen zu geben. Frühere Vergehen der Neubürger bleiben straffrei für alle, für Freie und Unfreie. Nur recht- und friedlose Leute erhalten das Niederlassungsrecht nicht. Die Bürger brauchen an den Landgrafen beim Todesfall des Hufenbesitzers nicht das übliche Besthaupt zu entrichten. Abgaben vom Grundeigentum werden wie üblich bemessen. Die Neustadt Grebenstein erhält das Marktrecht.

Am 1. Oktober 1370 (am Tag nach Michaelis) werden Alt- und Neustadt vom Landgrafen Heinrich II. und seinem Vetter Hermann unter einem Rat vereinigt. In der Urkunde heißt es u.a.:

"Wir Heynrich von Gotsgnadin Landgrebe zcu hessin ... und wir Lantgrebe Herman Sin Vettir ... Bekennen mid unsen Erbin in dussem ophenen briebe ... daz Wir unse liebin getruwen Borgir in beiden steiden zcu Grebinsteyn ... gutliche geeyniged habin Also daz sye soln semmentliche eyn bliben ... Und woln sye behaltin. bi allen den gnadin. ubrigheiden Rechten und ghewonden. alze sye unse aeldern. und Selige Herman unse brodir und vettire here ghebracht habin. und ouch en borbriebid habin ... Vortmer soln unse borgir in der Aldenstad mechtig sin Schepfen zcu Kesinde. alz daz here kommen ist ... in beiden steiden in eynen rad ... also daz se ewiclich soln eyn rediche bliben. Und unse Borgere in der Aldenstad soln behulfen sin der Nuwestad mid steynvore, mid manhulfe und mid zcwyncich marken swerir phennige alle jar czu dem dischgelde vorbuwen an der muren in der Nuwenstadt ... Und wen dye Nuwestad umme ghemurid ist, so soln sye sementlich unse borgere vortmer vesten und buwen in beiden stedin, wo sye dunket daz ez noid sy. Were abir, daz sye scu sodaneme scadein quemen, dez got nicht en wolle, mit nyderlage, mit brande odir mid miswasser, daz sye dye vorgeschriben hulfe nicht getun mochtin zcu in der vorgenanten Nuwenstad ... so wolde wir en das genadilichen kyeren ... Ouch en wolle wir keyne vrigheid habin in der Nuwenstad ... Denne unsin hoeb und hoebestad dye dar inne gelegin ist ... Und des zcu orkunde vestliche besigeld ... Geghebin nach gots geburt. drizcenhundirt Jar in dem seibenstigestem Jare des nesten tags nach sente Michahel tage."

Die Bürger der Altstadt sind also verpflichtet, die Bürger der Neustadt zu unterstützen. Die Einkünfte und der Zuschuß sollen von beiden Bürgerschaften gemeinsam an den Mauern der Neustadt verbaut werden. Die gemeinsame Baupflicht gilt auch in Zukunft und zwar für beide Städte. Es soll in der Neustadt keine Freihäuser außer dem landgräflichen Hof geben.

Die Bewährungsprobe für Grebenstein folgt im Jahr 1385, als das Heer des Herzogs Otto von Braunschweig, unterstützt von mainzischen und kölnischen Einheiten, vergeblich gegen die Stadt anrennt. Die Nachbarstadt Immenhausen, durch "Feuerpfeile in den Brand gesteckt und fast gänzlich zerstört, erlitt ein so mörderisches Blutbad, daß selbst der Einwohner in den Kellern nicht verschont wurde". Die Befestigungen von Immenhausen sind jedoch auch wesentlich schwächer gewesen als die Grebensteins, das nun der militärische Versammlungsort für die landgräflichen Streitkräfte im Gebiet des Reinhardswaldes wurde.

Grebenstein mußte in den nachfolgenden Jahrhunderten, wie viele andere hessische Städte, vielen Katastrophen trotzen, seien es Hungersnöte, Epidemien, Feuersbrünste oder Kriege.

Am 15.4.1517 erlitt die Stadt eine Feuersbrunst, bei der fast die ganze Stadt zerstört wurde. Schnell wurde aber wieder angefangen neu zu bauen und schon in den 60er Jahren des 16. Jahrhunderts waren die meisten Brandstätten (ledige Grundstücke, deren Häuser durch Brand zerstört worden sind) wieder mit neuen Gebäuden bebaut.

Eine große Wasserflut zerstörte am 27.6.1560 große Teile der Unterstadt, nachdem vor Immenhausen der Damm eines Fischteiches gebrochen war. Ein Inschrift über der Wasserpforte in der Höllegasse zeugt heute noch davon. Die Inschrift war in Blei gegossen und ist heute leider so stark verwittert, daß sie nicht mehr zu lesen ist. Die Inschrift lautete: "Wie das Wasser ist gewest anno 1560". Die Stadt berichtete der Regierung in Kassel am 27.6.1560 von dieser Katastrophe: 

"... uns armen Leuten an Stadtmauern, Mühlen und Bürgerhäusern in zwo großen durch grausame Wassernot erbärmlichen und großen Schaden". Weiter heißt es: "... dieweil es nun in den beiden Gassen gemeinlich arme Leute sein, davon dann vielen aus dem gemeinen Gotteskasten monatlich wird eingeteilt und eben denselbigen Armen dreien ihre Häuser ganz eingefallen, auch wohl ihrer mehr, als gar alter böser Hauseinfallens und Schadens noch zu befürchten und zu erwarten haben ... und dann über den Schaden an Häusern ihnen ihr Mehl, Brot, Butter, Käse, Fleisch und was sie anhaben und Gütern unten im Hause gehabt, zu teil durch die zerrissenen Wände hingeflößet, zum teil auch ganz verdorben, ungebrüchlich und zunichts worden". 

In den Straßen/Gassen an der Esse wohnten schon immer die ärmeren Leute. Die Unterstadt ist auf sumpfigen Grund erbaut und hat fast keine Keller, da der Grundwasserspiegel schon bei 1,50 m liegt. Dort wohnten überwiegend die Hirten, Schäfer und Tagelöhner.

Am 14.9.1586 brannte der Kirchturm ab, wurde aber durch eine Spende von 50 Gulden, die 1483 von der Frau des Christian von Sieburg zu Frankfurt gemacht wurde, wieder aufgebaut und erhöht.

Im Jahr 1597 herrschte eine Pestepidemie, die viele der Ratsleute, den Bürgermeister und den Pfarrer dahinrafften. Auch 1626 herrschte wieder die Pest (die 'rote Ruhr'), welche allein in den Monaten Oktober bis Dezember 70 Menschen tötete. Auch diesmal verstarb der Pfarrer sowie sein Diakon. Die Toten wurden bis zu dieser Epidemie auf dem Kirchhof um die Kirche herum begraben. Danach wurde der neue Friedhof vor dem Geismarer Tor eröffnet, um die vielen Toten zu fassen.

Von 1618 bis 1648 herrscht der 30jährige Krieg. Darin wird das Jahr 1637 eines der schlimmsten für Hessen werden. Man bezeichnet es auch als das 'Kreuz- und Marterjahr' Hessens. Der kaiserliche General Götz drohte, er werde das Land, wenn es sich nicht unterwerfe, so züchtigen, daß es sich auch in hundert Jahren nicht erholen könne, und er verwirklichte seine Drohung.

Grebenstein wurde am 12. Mai 1637 von einem kroatischen Söldnerregiment unter Oberst Beigott überfallen und fast komplett eingeäschert. Nahezu die ganze Altstadt und eine Teil der Neustand fielen dem Überfall zum Opfer.

Schnell beginnen aber die Arbeiten zum Wiederaufbau der Stadt. Zuerst wurde die Kirche wieder hergerichtet, das Dach wieder gedeckt und die Türen ergänzt. Bei dem Brand hat es nun auch Glückliche gegeben, deren Häuser verschont worden sind, und die sich nun gern bereit sahen, für die neue Ausstattung zu spenden. So war bereits ein Jahr später die Kirche wieder mit Gestühl und einer kunstvollen Notkanzel versehen.

Katastrophen suchten die Stadt aber immer wieder heim. Vor allem in Form von Wasserfluten, die sich durch die Unterstadt wälzten. So auch 1655, wie uns ein Gedenkstein, der südlich des ehemaligen Hiltenturms befindet verkündet: "anno 1655 hic murus per inundationem prostratus anno 1735 erectus", was heißt, daß die Mauer an dieser Stelle 1655 eingestürzt und 1735 wieder aufgebaut worden ist. Aufgrund dieser Katastrophe ist den Bürgern vom Landgrafen auf 10 Jahre das Bürgergeld erlassen worden.

Es dauerte erstaunlich lange bis die Flutschäden von 1655 beseitigt wurden. Dazu kamen sicher auch die Schäden, die während des 30jährigen Kriegs verursacht worden. Die Bevölkerungszahl ging bis 1681, im Vergleich zu 1575, um über 60% zurück. Fiel also von ca. 1900 auf rund 700 Personen.

1715 vernichtet ein Großbrand am Hospitaltor 10 Häuser.

1756 bis 1763 wütete dann auch schon der  7jährige Krieg, der auch an Grebenstein nicht spurlos vorüberging.

Erneute Probleme kamen mit den Eroberungszügen Napoleons in Europa auf Grebenstein zu. Kurfürst Wilhelm I. von Hessen trat nicht dem Rheinbund Napoleons bei. Auf diese Gelegenheit mit Hessen abzurechnen hatte dieser nur gewartete und am 31. Oktober 1806 überschritt König Ludwig von Holland, ein Bruder Napoleons, die Grenze bei Warburg mit seiner Nordarmee. Er näherte sich auf der Holländischen Straße mit 14.000 Mann des Hauptstadt Kassel. Als diese Nachricht in Kassel eintraf konnte der Kurfürst nur noch fliehen. Er verließ Kassel am 1. November über Arolsen nach Dänemark und später nach Prag.

Die 1. Division der Nordarmee lagerte vom 1. bis 4. November vor unserer Stadt. Bis zum Januar 1808 hatte die Stadt insgesamt fünfmal weitere Truppen zu versorgen. Über die zu tätigenden Fuhren und Leistung geben die noch erhaltenen Kämmereirechnungen ausführlich Auskunft. Während dieser 7jährigen Fremdherrschaft hatte Grebenstein mehrmals mit französischen, später aber auch mit alliierten Truppen zu tun. Mehrfach mußten Kriegskosten gezahlt werden, worüber es eine detaillierte Anweisung vom Steuerkollegium in Kassel vom 14. Februar 1807 gibt.

Ab 1806 gehörte Grebenstein als 'Canton Grebenstein' im District Kassel des Fulda-Departements dem Königreich Westfalen an, das von Napoleons Bruder Jérome, mit Kassel als Hauptstadt,  geführt wurde. Am 26. Oktober 1813 verließ Jérome (der im Volksmund nur 'König Lustig' genannt wurde) Kassel entgültig, nachdem er von der Niederlage seines Bruder bei Leipzig am 19. Oktober erfahren hatte. In diesem sogenannten Freiheitskrieg zogen auch 95 junge Grebensteiner gegen Napoleon.

Der Bau der Eisenbahnstrecke von Kassel über Grebenstein nach Bad Karlshafen ist die nächste Station in der wechselvollen Geschichte Grebensteins. Über diesen Abschnitt, wie auch andere, ist in der Reihe 'Burg und Stadt Grebenstein', Band 4, ausführlich geschrieben worden. 1841 wurde der Bau der Bahnstrecke beschlossen, deren erstes Teilstück von Kassel nach Grebenstein am 30. März 1848 und das zweite Teilstück von Grebenstein nach Bad Karlshafen am 29. August 1848 eingeweiht worden ist. Die Bahnstrecke wurde durch die Stadt Grebenstein hindurch, anstatt wie zuerst geplant, um die Stadt herumgeführt. Dem Bau der innerstädtischen Eisenbahnlinie und dem damit verbundenen Bau von Viadukten und Bahndämmen mußten viele Gebäude und auch ein Teil der Stadtmauer weichen.

Es entstanden viele Probleme aufgrund von Streitigkeiten der Bürger mit den großenteils ausländischen Eisenbahnarbeitern. Zur Versorgung der gesundheitsrelevanten Aspekte der Bahnarbeiter wurde 1845 ein Krankenhaus eingerichtet.

Die Änderung der Trassenführung wurde durch ein schweres Zugunglück am 24. August 1872 forciert. Dabei stürzte nachmittags gegen 16.00 Uhr der Schnellzug Richtung Kassel kurz hinter dem Bahnhofsausgang über die steile Böschung in die Esse. Dabei wurde der Lokführer, der von der Lok geschleudert wurde nur leicht verletzt, der Heizer jedoch wurde vom nachstürzenden Tender gegen den Kessel gedrückt und zerquetscht. In dieser Position mußte er bleiben bis nach 2 Tagen mit schwerem Hebezeug und Winden der Zug geborgen werden konnte. Am 28. September 1875 wurde die neue Strecke mit dem am Rande der Stadt liegendem Bahnhof neueröffnet.

Aufgrund der wirtschaftlichen Lage wurde vom Magistrat bereits 1848 veranlaßt eine Sparkasse zu gründen. Dieses Vorhaben wurde aber noch nicht verwirklicht und so wurde mit Beschluß vom 23. März 1857 endlich ein Beschluß gefaßt und durch Dekret der Regierung vom 15. Mai 1857 auch genehmigt. Das Institut nahm am 1. Oktober 1857 seine Geschäftstätigkeit auf.

1881 Wurde der Turnverein der Freiwilligen Feuerwehr im 'Reichskanzler' gegründet.

Um 1880 wurde der Burgberg, der immer herrschaftlicher Besitz  war, der Stadt als Geschenk angeboten und wurde angenommen. Im Jahre 1884 hat ihn dann ein königlicher Oberförster aufgeforstet, um ihn für Spaziergänger attraktiver zu machen. 1912 übernahm die Stadt den steuerlichen Teil des Burgberges und der Burgruine vom Staat für 3000 Reichsmark, mit der Verpflichtung die Ruine zu erhalten.

1895 wurde der Grebensteiner Darlehnskassenverein von den Gutpächtern Hilgenberg und Fehrenberg gemeinsam mit dreißig Grebensteiner Bürgern im Sinne des Vorbilds von Friedrich Wilhelm Raiffeisen gegründet.

1898 und 1899 ist dann auch eine Wasserleitung in Grebenstein verlegt worden. Das Wasser wurde aus der Quellen am Kressenbrunnen über Rohrleitungen zur Burgmühle geleitet und dann mit Maschinenkraft zum Hochbehälter auf der Nordwestseite des Burgberges gepumpt. Von dort lief es dann in die Stadt hinunter und versorgte die Haushalte mit Frischwasser. Die gesamte Anlage kostete damals 127.530,25 Reichsmark.

Am 4. und 5. Februar 1909 setzte ein erneutes Hochwasser die Unterstadt unter Wasser, nachdem es mehrer Tage stark geschneit und geregnet hatte.

1914 erhielt die Stadt endlich elektrisches Licht. Die Installation wurde jedoch durch den 1. Weltkrieg aufgehalten und so wurde sie im Herbst 1914 provisorisch fertiggestellt und mit Dampf betrieben. Die erste Beleuchtung der Stadt begann am 12. Dezember 1914 und muß ein großes Ereignis gewesen sein.

Was noch jeder weiß, ist, daß der 1. Weltkrieg in diesem Jahr ebenfalls begann. Auch viele junge Grebensteiner mußten an die Front. In Grebenstein wurden viele Straßen durch Schlagbäume gesperrt und jedes Auto wurde auf dem Marktplatz angehalten und die Papiere geprüft. Ebenfalls Radfahrer und jeder Fremde, der irgendwie kein "germanisches Aussehen" hatte wurde angehalten und nach dem Woher und Wohin gefragt. Am 6. November 1914 trafen 20 Verwundete ein, die in 'Kleinschmidt's Saal' aufgenommen wurden, der, ebenso wie der 'Reichskanzler' zu einem Lazarett umfunktioniert worden waren. Am 8. November wurden dort 30 Verwundete einquartiert. Am Ende des Krieges sind 84 Grebensteiner Gefallen.

Der jüdische Bürger und Manufakturwarenhändler Wilhelm David erhielt den höchsten preußischen Kriegsverdienstorden für Mannschaftsdienstgrade. Dies und die Freundschaft mit dem Flugzeugkonstrukteur Fieseler rettete ihm während des 3. Reichs das Lebens.

Nach der Machtergreifung Hitlers wurde es auch in Grebenstein für die jüdischen Familien relativ ungemütlich. Nach den Wahlen 1933 wurden jüdische Bürger und politisch andersdenkende (Kommunisten) verhaftet und nach Hofgeismar zum Verhör gebracht, dort aber geschlagen und schwer mißhandelt. In der Reichskristallnacht am 9./10. November 1938 wurde auch die Grebensteiner Synagoge innen zerstört. Daraufhin verlassen bis 1943 fast alle jüdischen Familien Grebenstein. Mehr als die Hälfte wird den 'Judenhaß' nicht überleben.

Grebenstein 1939; vorn ein Henschel LKW auf der alten Chaussee

Am 5. April 1945 marschieren die amerikanischen Truppen von Schachten und aus Richtung Hofgeismar kommend in Grebenstein ein. Die Bevölkerung floh mit Kind und Kegel in den Steinbruch (dazu eine kleine wahre Geschichte). Es wurde kein Widerstand geleistet.

Am 20. Januar 1946 wurde der TUSPO Grebenstein e.V. gegründet. 

Von 1946 bis 1948 werden 970 Flüchtlinge aus Ungarn, Schlesien, Ostpreußen, Polen und der ehemaligen CSSR in Grebenstein aufgenommen.

Am 15. und 16. Juli 1965 wird die Stadt von einer schweren Hochwasserkatastrophe heimgesucht. Schwere Regenfälle hatte die Esse so sehr ansteigen lassen, daß diese die Baumstämme des Sägewerks Kannegießer bis vor die Stadtmauer trieben und dort die Wassermassen aufstauten. Dem dabei entstehenden Druck hielt die Stadtmauer aber nicht lange stand und brach am Esse-Einlaß an der Hilte ein und überschwemmte die ganze Unterstadt. Sie riß alles mit, was auf den Straßen vor den Häusern stand. Autos, Pferdefuhrwerke und Holz wurden durch die Unterstadt geschwemmt und bliebt vor der östlichen Stadtmauer beim Esse-Ausfluß hängen. Die Aufräumungsarbeiten dauerten einige Wochen und noch heute kann man am Putz einiger Häuser die Höhe der Wasserflut erkennen. An einem Haus am Ende des Ziegenrück wurde eine Meßlatte mit den Hochwasserständen der verschiedenen Jahre angebracht (Fotos der Katastrophe).

Hiermit möchte ich die Berichterstattung für die Neuzeit beenden. Es gibt für all die Ereignisse, die nachfolgen (von 1966 bis heute) noch eine Menge Grebensteiner, die Ihnen gern alles Wissenswerte erzählen werden.

KOMMEN SIE UND BESUCHEN SIE UNSERE STADT EINMAL. SIE IST EINE REISE WERT !