Mein Grebenstein im Hessenland

von Heinrich Röser

 

Mein Grebenstein im Hessenland,

wie wenigen nur bist du bekannt.

Dem Veilchen im Verborgenen gleich

blühst du an stiller Schönheit doch so reich.

 

Mein Grebenstein, du alte Stadt!

Darin kaum sich was verändert hat.

Der Mauerkranz umschließt noch deinen Kern,

noch grüßen Türme stolz in weiter Fern.

 

Mein Grebenstein, du liebes Nest!

Dein Inneres birgt das Allerbest.

Die Ratsstätt und das Gotteshaus,

sie trotzten manchem harten Schicksalsstrauß.

 

Mein Grebenstein, die fleißge Stell',

der Boden blieb dein Nahrungsquell.

Durch langgezogener Giebelhäuser-Reih'n,

treibt froh der Ackerbürger aus und ein.

 

Mein Grebenstein, du stiller Ort,

dir ward Zufriedenheit zum Hort

Großreichtum nie bei dir sich fand,

auch war hier Bettelarmut kaum bekannt.

 

Mein Grebenstein, mir wohlbekannt,

hier meiner Ahnen Wiege stand.

In Höppergass' und Lüllingsbühl

sie sprangen frisch und froh beim Kinderspiel.