Die Familie von Haldessen (1106 bis 1423)

Die Ersterwähnung der Familie von Haldessen ist belegt mit 1106 wo Godescalus de Houldessen genannt wird. 1249 wird ein Stephanus de Houldessen als "miles" Ritter erwähnt. 1273 wird Hermannus de Houldessen erwähnt. Dieser dürfte identisch sein mit dem zwischen 1258 und 1272 im Amt stehenden Schultheiß Hermannus. 1281 finden die Ritter Stephan und Theoderich (Dietrich) von Haldessen Erwähnung. Stephanus von Haldessen (Steboni de Houldessen) war sehr einflußreich. Sein Wappen bestand aus einem Hirschgeweih, das mit Rosen besteckt ist, links daneben befand sich ein Stern. Immer wieder findet man seine Unterschrift und sein Siegel unter Urkunden. 1281 und 1292 ist er der Vertreter der Hofgeismarer Bürgerschaft bei einer Beurkundung. Zu dieser Zeit ist aus den ritterbürtigen Adligen schon ein städtisches Patriziat entstanden. Der mainzer Erzstift erwählt also aus den Reihen seiner Ritter den Schultheiß. Die Ritter (milites) bilden das Patriziat und repräsentieren als Burgmannen in der Stadt und den Außenwerken, wie der Burg Haldessen, neben den Bürgern (cives) die Kampfkraft des Erzstiftes.

 Noch ein Wappen existiert im Urkundenbuch des Klosters Kaufungen. Es ist das Wappen des Dyderici de Haldessen. Es ist rund, 25 mm im Durchmesser, braun,Siegel des Dietrich von Haldessen, undatiert ein Siegelbild mit Baumast mit Zwiegen im Sechspaß. Die Umschrift lautet S. DYDERICI DE HALDESSEN. Dietrich von Haldessen war Burgmann zu Hofgeismar und ist 1278 als Schultheiß überliefert. 1280 erwirbt das Kloster Hardehausen den Hof der von Haldessen in der Stadt Hofgeismar.

1301 verzichten Dietrich und Bodo von Haldessen auf das Vogteirecht zu Niederhaldessen zugunsten der Nonnen des Klosters Hilwartshausen.

1303 versprechen unter anderem Dietrich von Haldessen d.Ä. und sein Sohn Stephan von Haldessen, sie würden gegen Rückzahlung von 200 Mark Warburger Währung und 100 Mark reinem Silber dem Erzbischof die ihnen überlassene Burg Haldessen zurückerstatten. Die Ritter erbeten sich eine haljährige Kündigungsfrist, damit sie sich anderweitig eine Unterkunft besorgen können. Damit steht für die von Haldessen fest, dass sie ihre bisherigen Häuser in Hofgeismar aufgegeben hatten und nur noch auf der Burg lebten. Dietrich d.Ä., sowie sein Sohn Stephan stehen als Hofgeismarer Ritterbürger in einem festen Dienstverhältnis zum Erzstift Mainz. 1304 empfangen die Brüder von Haldessen, Ritter Dietrich und der Knappe Konrad, die Burg Haldessen für 150 Mark schwere Denare (=75 Mark Silber) als Pfand. Die Brüder Dietrich und Konrad von Haldessen haben die Burg bis zum Jahr 1314 als Pfand besessen. 1324 bekennen die Söhne des verstorbenen Ritters Dietrich von Haldessen, nämlich Stephan, Dietrich, Burkhard, Heinrich und Konrad, sowie Hermann, der Sohn des Knappen Konrad von Haldessen, das Koster Lippoldsberg habe an sie, für 3 Hufen Land und 1 Mühle im Dorf Haldessen, 10 Malter Korn und Hafer geliefert.

1333 befindet sich die braunschweigische Hälfte der Burg Schöneberg im Besitz von Stephan von Haldessen. 1334 ist Stephan zugegen, als über den Bau der Zapfenburg (Sababurg) verhandelt wird. Dietrich besitzt 1/4 des Zehnten zu Niederkelzew. 1335 erklären die Burgmannen Bodo, Heinrich und Tiele von Twiste sowie ihre Verwandten Stephan und Hermann von Haldessen rund 100 genannte Ritter auf der Burg Haldessen verpflegt zu haben. Stephan von Haldessen gehört hier als Hofgeismarer Bürger und Burgmann zur Besatzung der Burg. Zudem ist er Inhaber des Burglehens. 1338 bestätigen die Burgmannen Dietrich von Twiste und Stephan von Haldessen, die Bündnisabsprachen des Erzstifts mit den Herren von der Malsburg. Am 17. April 1349 trit Stephan von Haldessen als Zeuge in einer Urkunde auf.  Am 10. Mai 1351 erklären die Brüder Stephan und Dietrich von Haldessen, dass ihr Vetter Heinrich von Haldessen mit ihrer Einwilligung 1/3 des Gutes zu Haueda, welches ihnen vom Ritter Bertold von Howede zugefallen ist, an den Probst zu Busdorf, Burchard von Pappenheim und seinen Bruder, den Knappen Herbold, für 2 Mark Silbers Warburger Währung verkauft haben. Hier siegeln Stephan und Dietrich auch für ihren Vetter Heinrich, weil dieser kein eigenes Siegel hat. 1355 und 1359 sagt er als Zeuge der Stadtbürgerschaft auf dem Rathaus zu Hofgeismar im Konflikt um den Reinhardswald aus. In einem Regest vom 30. November 1371 verschreiben Landgraf Heinrich von Hessen und sein Vetter Hermann Hans von Heldesse 20 Mark Silber zu je 30 Schillingen schwerer Pfennige für eine Mark Grebensteiner Währung aus der Bede zu Zierenberg, je zur Hälfte als Mann- und Burglehen, die er zu Grebenstein besitzen soll. Das Lehen ist bis Weihnachten über ein Jahr mit 110 Gulden, danach mit 100 Gulden ablösbar, die sie dann unter dem Landgrafen wieder anlegen müssen. Hans und seine Frau Olegard verzichten auf alle Ansprüche gegenüber den Landgrafen. Am 6. Juli 1374 verkaufen Dietrich und Stephan von Haldessen ihrem lieben Neffen, dem Herbold von Pappenheim zu Liebenau und Mettiken seiner Frau, sowie Herbold und Burchard seinen Söhnen, eine Hufe Landes auf dem Felde zu Haueda mit allem Nutzen, außerdem 2 Malter Korn in dem großen Hof, ein Malter Heuern, Geismarschen Maßes für 10 Mark Warburger Währung.

Um 1400 verlieren die Pfandinhaber Hans und Hermann von Haldessen ihr Erbe, die Hälfte der Burg Schöneberg, an den Erzbischof von Mainz. Der letzte der Familie war dann auch Hans von Haldessen, der 1423 starb, womit die Familie im Mannesstamm erlosch. Er vererbte nach seinem Tode seinem Nachkommen Berthold von Hertingshausen 4 Hufen Schöneberger Lehensland zu Uffeln, welcher das Land 1428 wieder weiterveräußerte.

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w = Wüstung