Der Reformator Martin Luther schreibt im Jahre 1520 in seiner Schrift 'Von den neuen Eckischen Bullen und Lügen' (siehe Abb.) von einem "Johann Greffenstein, gelehreten und frummen Mann", der ihn in seinen Ansichten und Lehren bestärkt hätte. Es fing damit an, daß Luther am 17. Juli 1505 an die Pforte des `Schwarzen Klosters' zu Erfurt klopfte und dort aufgenommen wurde. Vermutlich im Herbst 1505 wurde der Petent Luther dann im Kapitelsaal in Gegenwart aller Klosterbrüder als Novize aufgenommen und für ein Probejahr dem Novizenmeister Johann Greffenstein übergeben.

Nun benannten sich im 15. Jahrhundert viele Studierende nach ihrem Herkunftsort. Wie schon Stölzel in seinem Artikel 'Studierende der Jahre 1368-1600' aus dem Gebiete des späteren Kurfürstentums Hessen' anführte, galt dies eben auch für Grebenstein.

In den besagten Matrikeln von Erfurt tauchen im Jahre 1485 ein Johann Eckmann auf. Johann ist um 1465 in Grebenstein als Sohn des Hermann Eckemann, Ratsherr und Bürgermeister, geboren. Er wird 1496 und die folgenden Jahre im Rat der Stadt Grebenstein genannt. Er ist von 1505-23 Bürgermeister. Am 18. April 1505 zahlt das Stift St. Martin in Kassel 13 Gulden, die es von ihm geliehen hatte, zurück. Am 3. Dezember 1508 kaufen er und seine Frau vom Stift St. Martin Land. Am 5. März 1508 schlägt er als Patron eines Altars zu St. Martin einen Pfarrer für diese Altar vor.

Im Jahre 1495 ist in den Matrikeln Johann Ansorge aus Grebenstein eingetragen. Er müßte kurz nach 1475 geboren sein. Am 17. März 1527 ist er 'prister besitzer des Lehens sanct Nicolai in der pfarkirchen zu grebinstein gelegen'. Seine Einkünfte aus diesem Lehen belaufen sich auf 4 Gulden 3 Albus. Man sieht, daß nach der Reformation der Ertrag der Pfründe, der ja nun fortgefallenen Altäre, vor allem dazu benutzt wurde, die meist betagten Kleriker abzufinden.

Es wird angenommen, daß einer dieser Beiden der Universitätslehrer von Martin Luther gewesen sein muß, da in diesem Zeitrahmen keine anderen Grebensteiner mit Vornamen 'Johannes' dort Studenten und später Lehrer gewesen sein können. Die bisherigen Quellen sagen, daß es bisher noch nicht gelungen ist mit Sicherheit zu sagen, welcher der Beiden Luthers erster Lehrer gewesen ist. Ich dagegen möchte sagen, daß es niemals Johann Eckmann gewesen sein kann, der sich ja bereits 1496 wieder in Grebenstein im Rat der Stadt nachweisen läßt, sowie dort auch weiterhin hohe Ämter innehatte. Es ist auszuschließen, daß er neben diesen Tätigkeiten in Grebenstein noch eine Lehrtätigkeit in Erfurt angenommen hatte.

Demzufolge müßte der Lehrer Luthers der Johann Ansorge gewesen sein, der sich nach seiner Lehrtätigkeit wieder nach Grebenstein begeben hatte und dort mit einem Lehen begabt wurde.