Die evangelischen Pfarrer seit der Reformation

nach Wilhelm Vesper

mit Korrekturen und Ergänzungen von Dr. Achim Hähnert

(die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit)

Das Berufsbild des evangelischen Pfarrers ist, im großen Rahmen gesehen, über die Jahrhunderte dasselbe geblieben. Er begleitet den Lebensweg seiner Gemeindeglieder vom Taufbecken bis zum Grabe, dient ihnen mit Unterricht, Seelsorge und Verkündigung, ist also Erzieher der Jungen und Alten. Als Vertreter der Kirche wirkt er über seine Kirchengemeinde hinaus an der Lösung von allgemeinen Aufgaben in der politischen Gmeinde mit und wird so in dem ihm gestellten Rahmen zu einem bedeutsamen Kulturträger. Deshalb sollen die Namen der Männer, die in unseren Gotteshäusern ihr Bestes gaben, hier in unserem Kirchenbuch wie auf einer Gedenktafel vermerkt werden. In der folgenden Aufstellung werden in Kurzform die wesentlichen Angaben über die seit der Reformation in Grebenstein tätigen Pfarrer gebracht. Kleine Lücken beruhen darauf, daß über einzelne Geistliche keine oder nicht deutbare Aufzeichnungen vorliegen. Die Aufstellung ist nach den Inhabern der 1. und der 2. Pfarrstelle zeitlich geordnet.

Vom 16. bis Anfang des 19. Jahrhunderts entstammen die weitaus meisten Pfarrer Grebensteiner Famlien. Das hängt damit zusammen, daß die Stadt seit 1535 jährlich drei Bürgersöhnen durch Gewährung eines "Stipendiums" das Studium an der Universität Marburg ermöglicht. Andere erhalten für den gleichen Zweck Zuschüsse aus dem Ertrag von vielen Legaten (Vermächtnissen), die von der Kirche treuhänderisch verwaltet werden, sind allerdings manchmal auf einen bestimmten Personenkreis (Familienangehörige) beschränkt.

Die meisten Pfarrer sind bis ins 19. Jahrhundert hinein, ehe sie eine Pfarrstelle erhalten, als theologisch gebildete Lehrer an den Stadtschulen tätig. Viele Grebensteiner Lehrer sind damals aus dem Schuldienst in das Pfarramt berufen worden. Dadurch ist die innere Verbindung zwischen der Bevölkerung und ihren Pfarrern besonders eng gewesen.

die Pfarrer der ersten Pfarrstelle

die Pfarrer der zweiten Pfarrstelle

 

Die erste Pfarrstelle

Vincke, Johannes; Pfarrer in Grebenstein um 1525 und 1527, wahrscheinlich personengleich mit Snollanus, wie Hütteroth annimmt [nach meinen Forschungen nicht stimmig].

Snollanus ['Snollanus' ist Lesefehler; heißt eigentlich Swollanus oder auch von Swollen], Eckbertus; *um 1490, Pfarrer in Grebenstein 1525 bis nach 1556, +um 1559, gehört 1530 zu den führenden Theologen der Landgrafschaft. Verheiratet mit Anna Snyders gen. von Swollen +nach 1540.

Degenhard, M David; *Grebenstein um 1525, hatte arme, früh verstorbene Eltern, wurde von Kind auf unterhalten und zu guten Künsten erzogen, baut als Kaplan in Grebenstein mit landgräflicher Hilfe ein Haus, 1. Pfarrer vor 1568 (wahrscheinlich seit etwa 1559) bis nach 12. März 1572.

Sartorius (Schröder), M Arnold; aus Trendelburg, *um 1545, Pfarrer in Grebenstein 1572-1597, +an der Pest in Grebenstein 1597.

Lol (Lolius), M Georg; *Grebenstein um 1557, Pfarrer in Grebenstein vor 10. Oktober 1598 bis 18. Dezember 1603.

Stöckenius (Stocken), M Henrich; aus Grebenstein, Konrektor in Kassel 1599-1603, oo Kassel 11. November 1600 mit Elisabeth Uloth, 18. Dezember 1603 bis 1626 Pfarrer in Grebenstein, ab 1608 (vielleicht früher) Metropolitan, +1626 an der Pest in Grebenstein.

Martorffius (Mardorff), M Henricus; aus Ziegenhain, 1616-1619 Pfarrer in Cölbe, 1619-1624 in Rauisch-Holzhausen, dort abgesetzt, weil dem reformierten Bekenntnis zugehörig, um 1625 Adjunkt in Oberkaufungen, 1626-1630 Pfarrer und Metropolitan in Grebenstein, oo Grebenstein 20. April 1617 mit Margaretha Stückrad (begr. Grebenstein 1. April 1676, 3 Ehen), begr. Grebenstein 20. April 1630.

Kersting, M Konrad; *Grebenstein 1589, 1609-1616 Schulmeister in Grebenstein, 1616-1627 Pfarrer in Hümme, ab 1630 Pfarrer und Metropolitan in Grebenstein, oo um 1615 mit Margaretha Schreder  (begr. Grebenstein 17. Mai 1665), aus Grebenstein, Tochter des Ratsverwandten Schreder, begr. Grebenstein 1. Juli 1661.

Schmalz, Johannes; *1597 in Sontra, oo I. Gertrud Stöckenius (*September 1603, begr. 27. September 1654), oo II. Grebenstein 10. Oktober 1655 mit Martha, Michael Schnaars Witwe (begr. Grebenstein 1. Mai 1665), Schulkantor in Kassel-Unterneustadt 1623-1625, 1625-1636 Pfarrer in Elben, 1660 1. Pfarrer und Metropolitan in Grebenstein, begr. Grebenstein 27. September 1694.

Deichmann, M Joh. Henrich; *1627 als Sohn des Bürgermeisters Johann Deichmann jun. in Grebenstein, 1657-1675 Lehrer an der Schule, seit 1660 auch Pfarrer zu Schachten, 1694-1717 1. Pfarrer und Metropolitan in Grebenstein, dort begr. Mai 1717, oo I. Margarethe Wagner, Pfarrertochter aus Ersen, oo II. Grebenstein 22. Juli 1657 mit Agnes Bulemann Tochter des Ratsherren Johannes Bulemann (begr. Grebenstein 28. Dezember 1667), oo III. Grebenstein 3. März 1669 mit Anna Barbara Wagner, Tochter des Pfarrers Joh. Franz Wagner aus Wilhelmshausen.

Mogge, Johann Justus; getauft Grebenstein 8. Februar 1655 als Sohn des Pfarrers von Schachten Johs. M., 1682-1691 Lehrer/Direktor an der Schule Grebenstein, 1691-1694 Adjunkt bei Metropolitan Schmalz, dem Großvater seiner Frau, seit 1692 Pfarrer zu Schachten, 1717-1731 1. Pfarrer und Metropolitan in Grebenstein, dort gestorben 1731, oo 1682 mit Anna Kath. Müller aus Grebenstein.

Grau, Frantz Thomas; aus Allendorf/Werra *11. November 1705 als Sohn des Provisors, 1731-1734, 1. Pfarrer und Metropolitan in Grebenstein, begr. dort 15. Oktober 1734, oo Grebenstein 14. Juli 1728 mit Anna Martha Deichmann, Tochter des Lohgerbermeisters Jacob Deichmann in Grebenstein.

Vilmar, Dr. phil. M Johann Heinrich; *11. November 1704 als Sohn des Metropolitans Cornelius Vilmar, 29. April 1731 Pfarrer von Schachten und Wilhelmsthal, 1734-1747 1. Pfarrer und Metropolitan Grebenstein, 1. Oktober 1747 Metropolitan zu Bad Hersfeld, 1757 Superintendent in Allendorf/Werra, +Allendorf 16. Juli 1779, oo 17. Mai 1731 mit Anna Cath. Wick, Tochter des Oberförsters Wick.

Bockwitz, Johann Philipp; getauft Ziegenhain 3. Januar 1710 als Sohn des Bürgermeisters Joh. Andreas B., 1740-1747 Pfarrer in Istha, 1748 Januar 15 bis 1769 Ende April 1. Pfarrer und Metropolitan in Grebenstein und Pfarrer zu Schachten, ein Schlaganfall hat ihn arbeitsunfähig gemacht. Er hat sich vor 1744 mit Rosina Elisabeth Arstenius, Tochter des Grebensteiner Rentmeisters Karl. A., verehelicht (getauft Grebenstein 26. Dezember 1724, 6 Kinder). Er ist am 6. Juni 1781 in Grebenstein verstorben. Seine Stelle wird duch Adjunkten versehen:

1.) Kersting, Hermann Henrich Moritz; aus Grebenstein 17. September 1769 bis 25. Juni 1774. Er muß am 25. Juni 1774 wegen wiederholter Anfälle von Blutspeien das Predigtamt niederlegen und stirbt am 15. Dezember 1796, 50 Jahre alt in Grebenstein.

2.) Ernst, Dr. Joh. Philipp Wilhelm; *1748 Grebenstein, Adjunkt 19. August 1774 bis 1778, danach Diakon in Grebenstein.

3.) Kleyensteuber, Johann Daniel; aus Kassel 24. Juni 1778 bis 1781.

Giesler, Konrad Wilhelm; *Großenritte 10. Oktober 1736 als Sohn des Pfarrers Otto Christoph G., 1776-1781 Pfarrer in Calden, 31. Dezember 1781 1. Pfarrer und Metropolitan in Grebenstein, nimmt bei seinem Wechsel von Calden nach Grebenstein das Vikariat Burguffeln mit, das fortan mit der Grebensteiner Pfarrei verbunden bleibt, +Grebenstein 21. November 1796, oo 1763 mit Juliane Garthe, Tochter des Pfarrers G. in Immenhausen, (*1735, + 10. März 1800, 7 Kinder).

Sundheim, Johann Jacob Wilhelm; * Kassel als Sohn des Bierbrauers Antonius S., 1772 Pfarrer in Immenhausen und seit 1. Januar 1782 auch Pfarrer zu Schachten, 12. Mai 1797 1. Pfarrer und Metropolitan in Grebenstein, +Grebenstein 12. Februar 1803, "durch einen unglücklichen Beinbruch mit dem Todte abgangen", oo Johanna Elisabeth Gerhold, wahrscheinlich 4 Kinder.

Müller, Johann Jacob; *Rauschenberg 10. März 1756, 1783-1803 Pfarrer in Calden, 9. September 1803 1. Pfarrer in Grebenstein, 4. März 1804 Metropolitan, auch Pfarrer in Burguffeln, oo 27. April 1785 mit Katharine Eleonore Marie Duysing, Tochter des reformierten Pfarrers Heinrich Otto Duysing, Konsistorialrat und Inspektor der reformierten Kirchen Oberhessens (*Marburg 11. Januar 1758, +Grebenstein 11. November 1819, wahscheinlich 7 Kinder). Er starb in Grebenstein am 18. Juni 1827. Nach seinem Tod wird der Metropolitansbezirk Grebenstein mit dem von Hofgeismar vereinigt. Der Amtssitz des Metropolitans ist fortan Hofgeismar. Metropolitan Müller hat seine 5 Söhne zu Hause allein unterrichtet, war in den alten Sprachen zu Hause und verstand nicht nur Französisch. 1812 ist in einem französischen Lazarett in Mohilew (Rußland) sein 17jähriger Sohn verstorben, der für den 5 Jahre älteren Bruder in die westfälische Armee als Ersatzmann eingetreten war, um ihm die Fortsetzung des Studiums zu ermöglichen. 181 war sein Sohn Emil Heinrich Otto Pfarrer extraordinär beim Vater, später Oberschulrat in Kassel.

Wenderoth, Johann George; *Kassel-Freiheit 23. Dezember 1768 als Sohn des Registrators Johann Jakob Wenderoth, 1792-1799 Pfarrer extr. in Kassel, 1801-1827 Pfarrer in Simmershausen, 1827 bis zum Tod 1848 1. Pfarrer in Grebenstein, +Grebenstein 8. November 1848, begr. Grebendorf bei Eschwege 11. November 1848, wo sein Sohn Pfarrer war. (Hat seit 11. November 1847 einen Vikar bei seiner Stelle: Werner, Philipp Ludwig; *Wabern 7. April 1819. Sein Auftrag erlischt am 3. Dezember 1848).

Kraushaar, Christoph Wilhelm; *Hilmes September 1804 als Sohn des Professors Dr. Heinrich Wilhelm Kraushaar zu Bad Hersfeld 1829-1835 Pfarrer zu Ersen und Herlingshausen, 1835-1849 Pfarrer in Liebenau, 26. August 1849 bis zum Tod 1. Pfarrer in Grebenstein, +Grebenstein 24. Juli 1853.

Amelung, Ludwig Moritz; *Reichensachsen 15. August 1804, 12. Februar 1854 bis zum Tod 1. Pfarrer in Grebenstein, +Grebenstein 25. September 1868.

Wetzel, Julius; *Hofgeismar 3. Juli 1813 als Sohn des Rektors Wetzel, Rektor in Hofgeismar 1837-1841, 1841-1863 Lehrer und von da ab bis 1869 Direktor am Lehrerseminar Schlüchtern, 1869-1870 1. Pfarrer in Grebenstein. Wetzel wendet sich scharf gegen die Pläne der neuen preußischen Regierung, die alte hessische Kirchenordnung von 1657 zu ändern. Er lehnt jede Betätigung bei den Wahlgeschäften zur Einberufung einer außerordentlichen Synode aus Gewissensgründen ab. Mit der Wahlvorbereitung wird dann der 2. Pfarrer beauftragt. Bald darauf wird Wetzel wegen seiner "Renitenz" nach Böddiger versetzt, ist dort Pfarrer von 1871-1874, wird dann aber wegen Renitenz abgesetzt, weil er sich weigert, die kleine "unierte" Garnisonsgemeinde zu "pastorieren". Hinterher betreut er die außerhalb der Landeskirche stehende renitente Gemeinde Niedervorschütz und die renitente Gemeinde in Kassel.

Knierim, Christian; *Rotenburg/Fulda 25. August 1812, 5. August 1871 1. Pfarrer in Grebenstein bis zum Tod, +Grebenstein 7. Juli 1898, oo Esther Dorothea Klinzig (*Barchfeld 28. Februar 1850, +Hilders 11. April 1917), am 26.4.1877 ist sein Sohn Ernst Ludwig Emil in Grebenstein geboren.

Köbrich, Friedrich Georg; *Waldkappel 31. Mai 1850 als Sohn der Lehrers Heinrich Christian Köbrich, 1878-1883 Pfarrer in Schwarzenhasel, 1883-1891 2. reformierter Pfarrer in Schmalkalden, 1891-1899 Pfarrer in Liebenau, 9. Januar 1899 bis 1911 1. Pfarrer in Grebenstein, 1911-1923 Metropolitan in Waldkappel, 1924-1926 in Eichenberg, +Eichenberg 25. Februar 1933 als emeritus, oo mit Johanna Pauline Klein.

Hellwig, Karl Wilhelm; *Beenhausen 20. Februar 1857 als Sohn des Pfarrers Ferdinand Hellwig, 1885-1891 Pfarrer in Solz, 1891-1903 in Holzhausen/Reinhardswald, 1903-1911 in Abterode, 1. Mai 1911 bis 30. März 1913 1. Pfarrer in Grebenstein, +Abterode 30. November 1924, oo Bad Karlshafen mit Paula Erkanzweig (*Beenhausen 11. März 1870).

Martin, Ludwig Julius; *Niedermeiser 28. Januar 1858 im Pfarrhaus, Pfarrvikar in Gemünden 1885/86, Pfarrer in Binsförth 1886-1901, Metropolitan in Sontra 1901-1914, 1. Pfarrer in Grebenstein 1. Januar 1914 bis 31. März 1920, +Grebenstein 31. Dezember 1920, begr. am 3. Januar 1921, oo mit Klara Marie Auguste Budde (*Laar b. Herford 18. Oktober 1875, +Grebenstein 15. März 1939).

Volknand, Berthold; *Lebberode 23. März 1894, Pfarrer extr. in Besse, dann Pfarrverweser in Grebenstein 25. November bis 31. Dezember 1921.

Weiß, Theodor; *Kerspenhausen 2. November 1881 als Pfarrerssohn, 1911 bis 31. Dezember 1921 Pfarrer in Istha, 1922 bis 31. Oktober 1927 1. Pfarrer in Grebenstein, November 1927 bis zum Tod 1. Pfarrer und Leiter des Hessischen Siechenhauses in Hofgeismar-Gesundbrunnen, +Hofgeismar 31. Mai 1943, oo mit Emilie Gerlach (*Singlis 22. Oktober 1886, +23./24. Dezember 1963, wohl 3 Kinder).

Wackerbarth, Karl; *Bebra 12. Dezember 1884, Pfarrer in Schrecksbach 1914 bis 30. November 1927, 1. Pfarrer in Grebenstein 1. Dezember 1927 bis 20. Juni 1932, Ruhestand in Marburg/Lahn, oo Kassel 8. Oktober 1912 mit Emilie Ruppel (*Trusneselja 9. Juni 1888, 6 Kinder).

Blankenburg, Walter; *Emleben 31. Juli 1903, 1. Juli 1932 bis 31. März 1933 Vikar und Pfarrverweser der 1. Pfarrstelle Grebenstein, 1. April 1933 1. Pfarrer in Vaake, Leiter der Kirchenmusikschule in Schlüchtern, oo mit Annemarie Weber (*Ordruf/Thüringen 6. August 1906). Die erste Pfarrstelle bleibt von 1933 bis 1936 vakant.

Witzel, Heinrich Valentin; *Bebra 26. Januar 1909, bis 15. Mai 1936 Pfarrer extr. zu Bebra, 1. April 1938 selbständiger Pfarrverweser der 1. Pfarrei Grebenstein, 1. April 1938 bis 31. Mai 1956 1. Pfarrer in Grebenstein, 1. Juni 1956 katechetischer Studienleiter vom Sprengel Bad Hersfeld, 1965 Dozent für Religionspädagogik an der Pädagogischen Hochschule, heute Gesamthochschule Kassel, oo I. Bebra 23. April 1938 mit Katharina Oppermann (*Gersddorf 10. Oktober 1911, verstorben, 3 Kinder), oo II.

Wilke, Hartmut; Pfarrer extr. 16. Oktober 1956 mit der Versehung der 1. Pfarrstelle in Grebenstein beauftragt, 1. September 1957 1. Pfarrer in Dörnberg.

Linz, Traugott; 1. Oktober 1957 Pfarrverweser der 1. Pfarrstelle in Grebenstein, 1. Oktober 1959 bis 30. September 1964 1. Pfarrer in Grebenstein, 1. Oktober 1964 2. Studentenpfarrer in Marburg, 3. Pfarrer der Martinskirche in Kassel 1970 bis 1972, Studienleiter am Ev. Predigerseminar Hofgeismar 1972.

Voigt, Wolfgang; *Mönchengladbach 4. Juli 1930, Vikar in Eichenberg Juli 1955 bis April 1956, 16. Oktober 1956 bis Mai 1960 in Sebbeterode, Bundeswehrpfarrer 1960 bis November 1965 in Fritzlar, Pfarrer in Ehrsten November 1965 bis 1969, 1. Pfarrer in Grebenstein seit 1. April 1969 [bis 1979], oo Januar 1955 mit Hanna Kelber aus Bamberg (*Nürnberg 22. Oktober 1929).

Ulrich, Klaus; Sohn des Pfarrers Karl Ulrich (2. Pfarrer inPfarrer Klaus Ulrich Grebenstein und Burguffeln von Juli 1958 bis 30. Aril 1965) seit 1979 1. Pfarrer in Grebenstein.

 

die zweite Pfarrstelle

Die zweite Pfarrstelle ist das Diakonat. Die Wahl des Diakons stand dem Stadtrat und den Zünften zu. Sie geschah um 1832 folgendermaßen:

Der Bürgermeister und jedes Mitglied des Stadtrats hatte eine Stimme, die vier Glieder der Gemeinde (die sogenannten Gemeindsherren) eine und und jede der sechs Zünfte eine. Die Zünfte stimmten in der Art ab, daß jedes einzelne Zunftmitglied für sich stimmt und derjenige Bewerber, welcher die meisten Stimmen erhielt, die Stimme der ganzen Zunft hatte. Die Wahl des 2. Pfarrers durch den Stadrat und die Zünfte ging auf ein entsprechendes Übereinkommen zwischen Kirchenbehörde und Stadt im 16. Jahrhundert zurück.

Knebel (Knobel) Johannes; um 1530 "in Grebenstein eine Zeitlang probiert", vorgeschlagen zum Pfarrer in Fürstenwald.

Guden (Gudenus), Johannes; *Grebenstein um 1507, Kaplan in Grebenstein bis 1543, tauft 1543 Landgraf Philipps Tochter Christina, Kaplan in Kassel-Altstadt 1. Januar 1544, weigert sich, das Interim anzunehmen und zieht daher Anfang November heimlich von Kassel ab, oo um 1545 (fünf kleine Kinder).

Helmbrecht, M Sebaldus; aus Grebenstein, Pfarrer in Gottsbüren bis 1542, vor 1547 (wohl schon 1543) 2. Pfarrer in Grebenstein, +Grebenstein vor 1570. Ein Sohn Sebaldus (+Trendelburg 1576) ist Magister und wurde Pfarrer in Trendelburg.

Degenhard, M David; Diaconus in Grebenstein vor 1556 bis nach 1558 (siehe 1. Pfarrer).

Möller (Molitor), Heinrich; *Grebenstein oder Westuffeln um 1556 als Sohn des Westuffeler Pfarrers Heinrich Möller, Schulmeister in Grebenstein 1576-1581, Kaplan in Grebenstein, Pfarrer in Sielen 1582.

Faber (Schmidt), Kaspar der "Alte von Mollerstadt"; 1582 bis nach 20. Februar 1584 Pfarrer in Schachten und Diaconus in Grebenstein.

Wetzel, M Franz; *Grebensten 1558, 1586 Schulmeister in Grebenstein, 1589 Diakon in Grebenstein und Pfarrer zu Schachten, desgleichen 1614 und 1615, 1632 emeritus (Ruhestand) in Kassel, begr. Kassel 10. Oktober 1650, hinterläßt 10 Kinder, 40 Enkel, 20 Urenkel, oo I. Grebenstein 9. September 1586 mit Katharina Baddenhausen (+vor 1616), oo II. Volkmarsen 1616 mit Emmerentia von Germeten, Witwe des Rentmeisters Munck.

Hordelmann, Johannes; *Hofgeismar um 1558 als Sohn des Goldschmieds und Ratsverwandten Johannes H., Schulmeister dort 1583, Pfarrer in Sielen 20. Oktober 1599 bis Mai 1604, Diaconus in Grebenstein Juni 1604 bis zum Tod, begr. Grebenstein 27. Mai 1627, oo mit Catharina Gleim (+Grebenstein nach 1628, 5 Kinder).

Kersting, M Konrad; *Grebenstein 1589, 17. Juli 1627 bis 1630 Diakon in Grebenstein, dann (siehe 1. Pfarrer).

Streicher, M Johannes; aus Hofgeismar, vor 1633, wahrscheinlich seit 1630 2. Prediger in Grebenstein, +Grebenstein 1636.

Schmalz, Johannes; *Sontra 1697, 1636 bis 1659 Diakon in Grebenstein, dann (siehe 1. Pfarrer).

Mogge, Johannes; *Schachten 1627 als Sohn des George Mogge, vor 1654 Pfarrer zu Schachten, 1660 bis zum Tod Diakon in Grebenstein, begr. Grebenstein 4. Mai 1675, oo Kassel 27. Oktober 1653 mit Katharina Ellenberger, Tochter des Majors Johann Ellenberger und der Elisabeth Gerck (8 Kinder).

Deichmann, M Johann Henrich; *Grebenstein 10. Oktober 1627, 1675 bis 1694 Diakon in Grebenstein, dann (siehe 1. Pfarrer).

Vogdt (Vogt), Alexander; *Kassel 4. September 1696, vor 1714 bis 1717 Adjunkt bei Metropolitan Deichmann, 1717 bis 1722 Diakon in Grebenstein, 1723 bis 1735 Pfarrer in Singlis, 1735 bis 1560 Pfarrer in Kirchbauna, +Kassel Mai 1771, oo Grebenstein 6. Februar 1714 mit Anna Katharina Deichmann, der jüngsten Tochter des Metropolitans Deichmann (get. Grebenstein 9 Juni 1681, +ebenda 1724).

Grau, Frantz Thomas; *Allendorf/Werra 16. November 1705, diakon in Grebenstein 1. Januar 1723 bis 1731, dann (siehe 1. Pfarrer).

Vilmar, Dr. phil. M Johann Heinrich; *Witzenhausen 11. November 1704, 1732 bis 1734 Diakon in Grebenstein, dann (siehe 1. Pfarrer).

Koch, Johann Heinrich; *Grebenstein 19. Februar 1697 als Sohn des Stadtkämmerers Johann Henrich Koch, 1725 Konrektor in Grebenstein, 1732 bis 1734 Rektor, 1734 bsi zum Tod Diakon in Grebenstein, +Grebenstein 29. September 1745, oo Grebenstein um 1731 mit Maria Sophia Müller (+Grebenstein 8. März 1752, 4 Kinder).

Kersting, Philipp Carl; *Grebenstein 27. November 1719 als Sohn des Amtsschultheiß Johann Daniel Kersting, 1745 bis zum Tod Diakon in Grebenstein, +Grebenstein 27. April 1778.

Ernst, Dr. Johann Philipp Wilhelm; *Grebenstein 25. Mai 1748 als Sohn des zu Hofgeismar verstorbenen Metropolitans Johann Henrich E., 1775 Adjunkt bei Pfarrer Bockwitz, 1778 bis 1789 Diakon in Grebenstein, 1789 bis 1795 in Kassel-Unterneustadt, 1795 bis 1810 3. Pfarrer in Kassel-Altstadt (Martinskirche), 1805 Konsitorialrat, 1810 bis 1812 1. Pfarrer in Kassel-Altstadt, +Kassel 7. Januar 1812.

Deichmann, Daniel Philipp; *Grebenstein 10. Mai 1767, Soh des Kaufmanns Friedrich Wilhelm Deichmann, 1790 bis 1824 Diakon in Grebenstein (1797 bsi 1803 mit Vikariat Burguffeln, danach mit Vikariat Schachten betraut), 23 Mai 1824 Metropolitan in Spangenberg, oo Grebenstein 28. November 1790 mit Henriette Charlotte Giessler, Tochter des Metropolitans Giessler.

Deichmann, Peter Wilhelm Ferdinand; *Grebenstein 17. Januar 1799 als Sohn des Diakons Daniel Philipp Deichmann, 25. ;ärz 1819 bis 8. September 1824 Rektor in Grebenstein, 9. September 1824 bis 1843 Diaconus in Grebenstein, 1843 bis 1854 Pfarrer in Helsa, +Helsa 4. April 1854, oo Oberaula 8. Oktober 1829 mit Wilhelmine Anna Vilmar, Tochter des Pfarrer Vilmar.

Knierim, Christian; *Rothenburg/Fulda 25. August 1812, 4. Januar 1844 bis 4. August 1871 2. Pfarrer in Grebenstein, dann (siehe 1. Pfarrer).

Kümmel, Karl Eduar; *Reichensachsen 28. März 1838, Oktober 1871 bis 1876 2. Pfarrer in Grebenstein, 1876 bis 1887 Pfarrer in Vaake, +Vaake 14. Juli 1887.

Zinn, Karl; *Wehlheiden 12. Juni 1841 als Sohn des Kantors Zinn, 1876 bis 1881 2. Pfarrer in Grebenstein, 1881 bis 1906 Pfarrer in Kirchbauna.

Bödicker, Albert; *Bad Hersfeld 7. April 1850, 1874 bis 1876 Pfarrer in Rambach, 1876 bis 1881 in Oberhülsa, 1881 bis 1901 2. Pfarrer in Grebenstein, tritt wegen schweren Nervenleidens in den Ruhestand, lebt in Marburg, dann in Grebenstein, begr. Grebenstein 20. Oktober 1915, oo vor 1878 mit Henriette Antoinette Dömich, Tochter des Seminardirektors Dömich aus Homberg/Efze, (während der Erkrankung vertreten durch:

Klappert, Karl; Pfarrverwalter

Luiken de Haan, Jacob; *Weener/Ostfriesland 28. Mai 1868, Leiter der Höheren Privatschule Borkum, 1. November 1902 bis 12. Dezember 1904 2. Pfarrer in Grebenstein, danach Pfarrer in Jarsinn/Ostfriesland, oo Grebenstein 11. April 1901 mit Therese Köbrich (Schwarzenhasel 29. Dezember 1879, 2 Kinder), Tochter des 1. Pfarrers Friedrich Georg Köbrich.

Uffelmann, Rudolf; *Trendelburg 17. August 1873, 1903 Hilfspfarrer in Bad Hersfeld, 1. April 1905 bis 1937 2. Pfarrer in Grebenstein und Burguffeln, anschließend Ruhestand, +Grebenstein 6. Juni 1948, oo Kassel 24. März 1904 mit Luise Pauline Amalie Josephine Anacker (*Bebra 7. März 1878, +Grebenstein 24. April 1958, 2 Kinder).

Schmidt, Hans Jochen; Pfarrer extr. 1 Juni 1956 mit Versehung der 2. Pfarrstelle Grebenstein beauftragt, 16. Januar 1958 2. Pfarrer in Großalmerode.

Ulrich, Karl; *Homberg/Efze, Pfarrer in Frankenberg und Treysa-Hephata, Juli 1958 bis 30. April 1965 2. Pfarrer in Grebenstein und Burguffeln, anschließend Ruhestand, +Kassel.

Perels, Ernst-Friedrich; bis 1979 Diakon in Grebenstein

Reuter, Klaus; Diakon in Grebenstein

Dressler, Axel, Baron von und zu Scharfenstein; Diakon in Grebenstein

Hein, Dr. theol. Martin; *Wuppertal 6. Januar 1954, studierte 1972Bischof Dr. Martin Hein bis 1975 in Frankfurt und Erlangen Jura, 1975 bis 1979 Studium der Theologie in Erlangen und Marburg, 1979 Erste Theologische Prüfung in Hofgeismar, 1979 bis 1982 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Reformationsgeschichtlichen Forschungsstelle Erlangen, 1982 Promotion zum Dr. theol. in Erlangen, Thema: Lutherisches Bekenntnis und Erlanger Theologie im 19. Jahrhundert, 1982 bis 1984 Vikariat in Kassel-Oberzwehren, 1984 Ordination in der Altstädter Kirche zu Hofgeismar, 1984 bis 1989 Pfarrer in Grebenstein, 1989 bis 1994 Studienleiter beim Evangelischen Predigerseminar in Hofgeismar, seit 1995 Dekan des Kirchenkreises Kassel-Mitte, seit 1989 Vorsitzender der Theologischen Kammer der Landeskirche, seit 1996 Dozent für Kirchengeschichte an der Universität Gesamthochschule Kassel, April 2000 Habilitation am Fachbereich Erziehungswissenschaft / Humanwissenschaften der Universität Gesamthochschule Kassel (Evangelische Theologie / Religionspädagogik: Schwerpunkt Kirchengeschichte), 8. Mai 2000 Wahl zum Bischof durch die Landessynode, seit 1. September 2000: Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, oo 1977 mit Ruth Agnes Gusek (2 Töchter).

Dally, Volker; 2. Pfarrer in Grebenstein 1991 bis 1992, oo I. mitPfarrer Volker Dally Diana Framhein (2 Kinder, geschieden), oo II. Grebenstein 1999 mit Katja Mogge (*Hofgeismar 1971, 1 Kind).

Wird fortgesetzt !