die Landsknechte

Das Landsknechtwesen in seiner ursprünglichen Form beruhte auf dem Gefolgschaftswesen, wobei es jedoch sehr bald nur als Solddienst in Erscheinung trat. In der Zeit des Frühkapitalismus wurde der Dienst Broterwerb und Geschäft. Sie bildeten werbungsmäßig eine Auslese, da keine Leibeigenen aufgenommen wurden, wobei vielfach die Handwerker und Bürger überwogen. Es mag wohl kaum ein Handwerk gegeben haben, das in einem wohlbesetzten Regiment nicht vertreten gewesen wäre, aber auch viele verbummelte Studenten, die als Schreiber gern gesehen waren. Schulmeister und adelige Junker, wie Ulrich von Hutten meldeten sich. Für mittellose Elemente war die Anwerbung schon deshalb nicht möglich, da ja der Landsknecht vollständige Kleidung und brauchbare Ausrüstung selbst mitbringen mußte, wofür ein entsprechendes Kapital notwendig war. Nicht zuletzt ergänzten sich die Landsknechte aber aus sich selbst. Der im Troß geborene Bube wurde bald von einem der Offiziere als Junge aufgenommen, dann wurde er Trabant oder Läufer, und wenn er seine Ausrüstung beisammen hatte, konnte er in ein Fähnlein eintreten.

Die Bezahlung des Landsknechtes erfolgte, wie es z. B. beim Reichstag von Konstanz im Jahre 1507 festgesetzt wurde, mit 4 Gulden pro Monat und zwar "für Sold, Kost und Schaden". Jeder Knecht mußte sich daher selbst verpflegen und kleiden, hatte für seine Ausrüstung zu sorgen und mußte für etwaige Verluste an seinem Eigentum selbst aufkommen.


Stellen wir dem die Kosten einiger wichtiger Ausrüstungsgegenstände gegenüber:


Ganze Rüstung                        16 Gulden 
Teilrüstung                                 12 Gulden 
Hakenbüchse                             3 1/2 Gulden 
Spieß                                             1 Gulden 
Sturmhaube                               3 Gulden 

Diese Entlohnung von vier Gulden blieb das ganze 16. Jahrhundert konstant, denn noch im schon erwähnten Reichsabschied von Speyer 1570 wird ebenfalls "ein monat sold vier gulden zu fünfftzehen patzen oder sechtzig kreutzer" festgesetzt.

Für den Sold mußte sich der Mann selbst gänzlich erhalten, der Kriegsherr übernahm jedoch die Verpflichtung, den Proviant herbeizuschaffen. Wurde dieser jedoch in Form der Verpflegung selbst beigestellt, so wurde ein entsprechender Betrag dafür vom Sold In Abrechnung gebracht. 

Ursprünglich war der Spieß die eigentliche Waffe des Landsknechtes. Er wurde, wie wir gesehen haben, von den Schweizern übernommen, die ihn vor allem nach den Burgunderkriegen zu ihrer Hauptwaffe machten. Zuerst als reine Defensivwaffe gegen die Ritterheere in Verwendung, wurde er bald zur Angriffswaffe in der gevierten Ordnung, der taktischen Ordnung. 

Im Gefecht wurde der Spieß gesenkt, der Knecht verlegte sein Schwergewicht auf das rechte, gebeugte Bein und versuchte nun seinen langsamen Stoß so anzubringen, daß er eine Fuge im Harnisch des Gegners traf. Es war daher notwendig, die am besten ausgebildeten Knechte ins erste Glied der Ordnung zu stellen, wenn der erste Angriff einsetzte. Ein Zurück gab es für den Spießer nicht, der Haufen ‘druckte’ nach, er mußte in die Reihe der Feinde eindringen oder selbst fallen. Je mehr die Feuerwaffe an Bedeutung zunahm, desto mehr verlor der Spieß an Bedeutung, umso mehr, da er wegen seiner Länge sowohl bei der Einquartierung als auch beim Biwak nur schwer unter Dach und Fach zu bringen war, sondern fast nur im Freien untergebracht werden konnte. Sein letztes Ende findet er in der Verwendung als spanischer Reiter und dient, kreuzweise durch einen Balken gesteckt, zur Abwehr der Reiterei aus den Flanken oder bei Belagerungen.

Neben den Spießen waren aber auch noch folgende Stangenwaffen im Gebrauch:

P a r t i s a n e n, das sind Stangenwaffen zum Stechen mit einer zweischneidigen Mittelspitze, die an ihrem unteren Ende zu zwei Nebenspitzen oder Ansätzen (Ohren) nach beiden Seiten gleichmäßig ausgeschmiedet ist.

H e 1 m b a r t e n, das sind Stangenwaffen zum Schlagen mit einem beilförmigen Eisen, das gewöhnlich mit einer Spitze zum Stechen und einem Stachel am Rücken versehen ist.

G l ä v e n, das sind Stangenwaffen zum Schlagen mit einem messerförmigen Eisen, das entweder eine glatte, nach außen gekrümmte Schneide hatte oder mit einem nach innen gerammten Haken an der Schneide, einer Spitze und einem Stachel am Rücken versehen war.

Neben diesen Stangenwaffen führte der Landsknecht noch ein besonderes Schwert, den "Katzbalger", der als eigentliches Landsknechtschwert galt. Die Klinge war nur 500 bis 550 mm lang, die Spitze stumpf. Der Handgriff selbst war kurz mit ausgeprägtem Knauf. Als Handschutz diente eine gebogene Parierstange in Form einer waagrechten Brille. Diese Waffe wurde fast waagrecht an der Hüfte, quer vor den Magen geschnallt, getragen.

Weiters trugen Doppelsöldner den "Bidenhänder", ein besonderes Schlachtschwert. Dieses besaß eine sehr lange und breite Klinge, die gerade oder ‘geflammt' (Flamberg) sein konnte. Man trug diese Bidenhänder, zu deren Gebrauch große Fertigkeit und Übung notwendig war, ohne Scheide über der Schulter. Deren Träger hatten eine Bresche in den Spießerwall der Gegner zu legen, als besondere Auszeichnung übernahmen sie aber auch den Schutz der Fahne oder des Obersten.

Die andere Waffe, die von Doppelsöldnern benutzt wurde, war die Arkebuse oder Hakenbüchse. Es handelt sich um ein mit einem Luntenschloß ausgestattetes Handgewehr, das einen leichten Zünder oder eine Lunte an einem S-förmigen Klammerabzug besaß. Die Reichweite der Arkebuse betrug etwa 400 Schritt. Sie war jedoch ungenau und konnte bei regnerischem Wetter nicht immer benutzt werden. Trotz der Schwere dieser Waffe kann man zeitgenössischen Darstellungen nicht entnehmen, daß die Arkebusiere eine Stütze für ihre Waffe verwendet hätten.

Als Schutzwaffen trugen die Knechte, wenn überhaupt, nur Teile eines Harnisches oder ein Kettenhemd, aber auch sogenannte Brigantinen oder einen Korazin. Das waren kurze Wämser aus dickem Stoff, mit Metallpättchen unterlegt. Meist waren dabei die Nieten, mit denen die Metallplättchen befestigt waren, auf der Außenseite als Noppenmuster sichtbar. Als Helm wurde eine Eisenhaube bevorzugt. Sie besaß die Kopfform einer Beckenhaube, hatte aber einen breiten Rand. Aus ihr entwickelte sich die Sturmhaube, die zu Beginn des 16. Jahrhunderts "Kopfbedeckung nach Burgunder Art" genannt wurde.

die Grebensteiner Landsknechte

1534; Landsknecht Hensel

1571 - 1600; Balthasar Winterstein (*Spangenberg 1529, +Grebenstein nach 1600). Er wird 1574 in einem Protokoll als "100 Gulden reich und in Hofgeismar wohnhaft" erwähnt.

bis 1625; Landsknecht Porti

1625 - 1654; Michel Schnar (*um 1590, +Grebenstein 19. Dezember 1654)

1656 - 1685; Christoph Bachmann (*um 1615, +Grebenstein15. Juli 1685)

 

die Landbereiter (Zollbereiter, Landmesser)

Die Landbereiter waren in erster Linie landgräfliche Aufsichtsbeamte. Vom einfach Aufsichtsbeamten über landgräfliche und kommunale Bautätigkeiten bis hin zur späteren Vermessung der Landgrafschaft erstreckten sich seine Tätigkeiten. 

die Grebensteiner Landbereiter

1687; Georg Schwan. Er war 1687 Landmesser.

1687 - 1704; Johann Valentin Bachmann (*1648, +Grebenstein vor 1704)

1691 - 1711; Valentin Ulmar (*um 1665)

1704 - 1714; Nicolaus Eckhard Osman (*um 1685, +Grebenstein 3. April 1750)

1753 - 1773; Johann Wilhelm Osman (*Grebenstein 27. Januar 1718, + Grebenstein 14. August 1793). Er erlitt 1773 einen Schlaganfall und emeritierte.

1776 - 1806; Johann Conrad Temme (*Deisel 1745, +Grebenstein 1806). Er war Landbereiter.

1796 - 1806; Christoph Bachmann (*Nentershausen 1750, +Grebenstein 1806). War Zollbereiter und Fruchtmesser.

1823 - 1827; Wilhelm Becker (*um 1800)