Der Langenberg ist der Grebensteiner Stadtwald. Zur Zeit der Gründung der Stadt gehörte der Wald aber nicht zur Kernflur. 1455 wird im Salbuch das erste Mal vom Langenberg gesprochen:

"Item sprechen die vonn Grebenstein, wie das sie den Langenberk, Inn gebrauch Innehapt, unnd auch slso vonn Ihren eldernn off sie kommen sindt, unnd geht by d Landtwehr da die warthe stehet ann, biß ann den bergwinck wegk die dann under der kalksteingruben hergehet furter bis denn Geismarischen wegk, off dem kelzer holze her, bis widder an die warte da die Landtwehr stehet. - Item ist meinem gnedigen hernn gesagt, seiner gnaden Vatter [=Landgraf Hermann - 1376-1413] solle LXXX gulden davor genommen haben".

Demnach hat Landgraf Hermann den Langenberg zwischen 1376 und 1413 an die Stadt verkauft. Man kann den Zeitpunkt sogar noch weiter einkreisen, denn nach des Landgrafen schwerer Niederlage 1385 muß er sich im Friedensschluß zur Zahlung von 20000 Gulden Kriegsentschädigung verpflichten und bis zur Zahlung die Stadte Grebenstein, Immenhausen und Wolfhagen verpfänden. 1399 kann er das Pfand dann wieder einlösen. Um die für jene Zeiten hohe Summe aufzubringen, wird der Landgraf viel Grundbesitz veräußert haben. So werden wohl vor 1400 Langenberg Stadteigentum geworden sein.

Der Veckerberg (1861 = 78 hessiche Acker) ist wahrscheinlich zu derselben Zeit, sicher spätestens im 15. Jahrhundert von Grebenstein erworben worden. Der Name des Berges ist eindeutig auf das im 14. Jahrhundert im Weser-Diemelraum begüterte Rittergeschlecht von Vecker zurückzuführen. Bei einem Streit der Städte Hofgeismar und Grebenstein wegen des Heidenberges (ein kleiner Hügel hart ostwärts des Veckerberges) und des Veckerberges bekundet im Jahre 1536 Hermann von der Malsburg, Marschall von Hessen, daß der "Feckerberg dar umb sich geysmar ond grebenstein Zank der halbe teill des feckerbergs von denen von der Malsburgk den von grebenstein gegeben worden und der ander teill hat mein g. f. und her [der Landgraf von Hessen] ynen verkaufft". Der Streit um die Waldstücke ist 1542 in einer Verhandlung auf der landgräflichen Kanzlei in Kassel, bei der die Stadt Hofgeismar überhaupt nicht erscheint, entschieden worden. Der Veckerberg wird Grebenstein zugesprochen.

Karte des Langenberg mit Warte um 1580

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Im Salbuch des Jahres 1572 wird berichtet:

"Gehölze, der Stadt zuständig

Item das Gehölz, der Langenberg genannt, zusamt dem Rixer Busche ist der Stadt Grebenstein eigentümlich zuständig, haben ihren Bezirk Kahr und Wande [=gebraucht im Sinne von Wendung; Grenzwende] nach Ausweisung der Malstein, auch darüber habender Briefe und Siegel.

Item ist auch der Veckerberg der Stadt Grebenstein eigentümlich zugehörig und mit einem alten Graben bezirkt und vermarkt."

Im Jahre 1755 erwirbt Grebenstein von der Familie von der Malsburg ein an ihren Besitz stoßendes Waldstück von 300 Acker 60 Ruten für 4000 Reichstaler. Damals ist der alte Waldbesitz 965 Acker groß, während 1776, obwohl 300 Acker dazugekommen sind, nur 1049 1/8 Acker Wald gezählt worden. Vielleicht sind Kahlschläge, wie sie der 7jährige Krieg mit sich brachte, an der Verminderung Schuld.

In einem Bericht aus dem Jahre 1854/55 wird der Gemeindewald wie folgt erwähnt:

"15. Der Gemeindewald hat eine Größe von 1502 1/16 Acker. Er besteht nur aus Hochwald (Buche, wenig Eichen) und ist ausgezeichnetem Zustand, reicht aber zur Versorgung der Stadt nicht aus".

Heute ist der Stadtwald ein ausgezeichnetes Naherholungsgebiet. Es gibt einen Waldlehrpfad, der die einheimische Flora und Fauna erklärt und eine Grillhütte für Veranstaltungen. Auch der Grebensteiner Lauftreff e.V. nutzt den Wald für die wöchentlichen Veranstaltungen. Die Strecken im Wald und dessen Ausdehnung ist auf diesem Plan zu erforschen.

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