An der Südostecke der Oberstadt hat der 1779 noch vollständig erhaltene Schinderturm gestanden, ein im Hinblick auf seine Verteidigungsaufgabe um 1300 sicherlich sehr stark gebauter Turm, der seinen Namen von der früher unterhalb von ihm an der Esse gelegenen Schinderei (Abdeckerei) führte. Er ist auch heute noch sehr imposant anzusehen, da er einen ziemlich großen Durchmesser hat.

der Schinderturm aus dem Potthagen gesehen

Von ihm heißt es 1779: in Form eines überhalben Zylinders mit Steinen gedeckt, darin ist ein wohlverwahrtes Gefängnis, dessen Boden und Decke gewölbt sind, mit 2 Türen. Die äußere Tür ist von starken Eichenbohlen, mit 3 starken Banden und ebensoviel eingegossenen Angeln, 2 Einschlagestäben mit 2 eingegossenen Krampen verwahret, die äußere Seite auch im eisern Blech überzogen. Die innere Tür ist gleichfalls von starken Eichenbohlen mit 4 starken Banden, x-Stäben, 2 Hengeln und 2 eingegossenen Krampen, auch einem Luftloch mit eisern Stäben verwahret. In dem Gefängnis ist eine eingegossene starke Kette zum Anschließen und noch 2 eingegossene Krampen ohne Ketten, in dem gewölbten Boden ein Spundloch, in der Mauer aber gar kein Luftloch.

der Schinderturm von Osten

1826 wird ein Teil des Schinderturms abgebrochen, die Steine werden zum Bau des neuen Schulhauses in der Marktstraße verwendet. Der Turm ist nach und nach abgetragen worden. Heute steht nur nach der Stumpf.