Vom herrschaftlichen Vorwerk, der Meierei, aus wurden die Abgaben der Feldfrüchte aus dem herrschaftlichen Landbesitz um und in Grebenstein verwaltet. Diese unterlagen der Aufsicht des Rentmeisters. Der Rentmeister  hatte 1428 folgende Personen zu entlohnen, die auf dem Vorwerk arbeiteten: den "hobemann, de meyersche, de magit, vier hirt" und dazu diverse Tagelöhner.

1455 hatte der hessischen Landgraf 277 Acker Land und 44 Acker Wiese in der Grebensteiner Gemarkung, wie es im Salbuch für dieses Jahr verzeichnet ist. 1466 brennt das herrschaftliche Vorwerk ab wird aber sogleich wieder aufgebaut.

die Meierei-Gebäude aus dem 18. Jahrhundert

Über die Einnahmen und Ausgaben der Naturalgefälle wurde vom Rentmeister genau Buch geführt. Die ältesten Dokumente über das Vorwerk sind die Schultheiß-Rechnungen der späten 15. und frühen 16. Jahrhunderts. 1505 heißt es dort: "Vßgift bauws Vnd lapwergs Vfs Slos Vnd Vorwerch", wobei es sich um die Abrechnung der ständigen Reparaturen an der Burg und dem Vorwerk handelt.

Das Vorwerk wird nicht sehr oft in den alten Unterlagen erwähnt. 1637 brennt es gemeinsam mit der Zehntscheune, vielen Wohnhäusern und dem Rathaus beim Angriff der Kroatensöldner auf die Stadt ab. Später (die jetzt noch existierenden Gebäude stammen aus dem 18. Jahrhundert) wird es wieder als die "Meierei" aufgebaut.

Jedes Jahr hatten die landgräflichen Meier ihre Abgaben an den Landesherren zu leisten, von dem sie das "Meierland" gepachtet hatten, oder mit dem sie als "Lehnland" belehnt worden waren. Nachfolgend habe ich eine Liste der mir bekannten Meier der landgräflichen Ländereien erstellt.

In der von Johann Christian Martin 1791 herausgegebenen Schrift wird im dritten Teil folgendes über die Vorwerke geschrieben:

"Vorwerke sind zwei in Grebenstein.

1) Die herrschaftliche Meierei, deren Wohn- und wirthschaftliche Gebäude unten in der Freiheit oder Neustadt gelegen sind. Zu diesem freien Gute gehören 242 Acker Land und 84 Acker Wiesen. Die Dorfschaften des Amts Grebenstein sind eigentlich an dieses Vorwerk dienstpflichtig; idessen werden diese Dienste nicht in natura verrichtet, sondern nach einer längst getroffenen Einrichtung von denselben und den Meiern der Oberhalzer und Rickser Hufen mit 645 Rthlr. 18 Alb. 5 Hlr. jährlichem Dienstgeld an die Herrschaft bezahlt, wobei sich die sämtlichen Dienstpflichtigen einleuchtend weit besser befinden, als wenn sie die schuldigen Spann- und Handfrohnen würklich leisten solten. Dieses Vorwerk hält einen freien Pfirch Schaafe, und hat über das alle mit dergleichen Gütern verbundene Freiheiten. Die dazu gehörigen Ländereien sind in der besten Stellung und liefern gute Früchte für die angewandte Mühe. Das Vorwerk ist für ein ansehnliches Locarium verpachtet.

2) Das der Familie von Motz eigenthümlich zugehörige Guth, welche aber nicht so ansehnlich als das herrschaftliche ist, einen besondern eignen Pfirsch Schaafe hat, von welchem alle Jahre an den ersten Prediger zu Grebenstein ein Hammel, als ein Besoldungsstück für denselben abgegeben werden muß. Auch dieses Guth ist vermeiert".

Hier treffen wir also (unter Punkt 2) das Motz'sche Meiergut wieder, deren Schafe von den sogenannten Motz'schen Schäfern betreut wurden.

die herrschaftlichen Meier