Professor Dr. Wilhelm Friedrich Philipp Pfeffer

Wilhelm Pfeffer 1905

Wilhelm Pfeffer wurde am 9. März 1845 in Grebenstein als Sohn des damaligen Apothekers Pfeffer geboren. Die Löwen-Apotheke war in der dritten Generation im Besitz der Familie und auch Wilhelm Pfeffer erlernte den Beruf des Apothekers. Seine 4jährige Lehrzeit und eine 3jährige Gehilfenzeit, die er im September 1863 mit der Note "sehr gut" beendete,  verbrachte er in der Apotheke seines Vaters in Grebenstein. In dieser Zeit widmete er sich seinem Lieblingsfach, der Botanik, um sich gründlich auf das akademische Studium vorzubereiten. Er übernahm 1866 eine Gehilfenstelle in Chur (Schweiz), wo er die Alpenflora durchforschte. Nach Ende der Gehilfenzeit ging er 1868/69 zum Studium nach Marburg (Lahn), wo er die pharmazeutische Staatsprüfung mit 'vorzüglichem Erfolg' ablegte. Er studierte Botanik, Chemie, Physik und Zoologie in Göttingen und Würzburg und gab den Apothekerberuf auf, um sich ganz der Botanik zu widmen. 1865 schrieb er seine Dissertation mit dem Thema "Über einige Derivate des Glyzerins und dessen Überführung in Allylen". 1871 ließ er sich als Privatdozent in Marburg nieder. 1872 ging er an die landwirtschaftliche Akademie nach Poppelsdorf bei Bonn. Daraufhin folgten mehrer Berufungen an Universitäten, zuletzt nach Leipzig, wo er ordentlicher Professor der Botanik und Direktor des dortigen botanischen Gartens wurde. Er starb dort am 31. Januar 1920.

Er schrieb viele Abhandlungen und Aufsätze in Fachzeitschriften. Die bedeutendste war die "Pflanzenphysiologie". Er war der bedeutendste Botaniker seiner Zeit in Deutschland. Er schrieb über 200 Abhandlungen und Aufsätze, von denen die wichtigsten unten aufgeführt sind.

Abhandlungen, Vorträge und Aufsätze:

  1. Die Wirkung des farbigen Lichts auf die Zersetzung der Kohlensäure in Pflanzen (1871)
  2. Die Entwicklung des Keimes der Gattung Selaginella (1871)
  3. Die Bedeutung von Beleuchtung und Verfinsterung für einige Wachstumsvorgänge (1871)
  4. Physiologische Untersuchungen (1873)
  5. Periodische Bewegungen (1875)
  6. Osmotische Untersuchungen (1877)
  7. Die Pflanzenphysiologie. Ein Handbuch des Stoffwechsels und Kraftwechsels in der Pflanze (1881)

1955 wurde über der Tür seines Geburtshaus eine Gedenktafel angebracht, worauf es heißt: "In diesem Hause wurde Geh.-Rat Prof. Dr. Pfeffer am 9. März 1845 geboren. Er erforschte das Wesen der Pflanzen und erkannte ihre Lebensgesetze".